In den letzten drei Jahrzehnten haben Lithium-Ionen-Akkus einen der beeindruckendsten Preisverfälle unter den modernen Technologien erlebt.
Anfang der 1990er Jahre waren Batterien so teuer, dass ein Massen-Elektroauto wirtschaftlich kaum Sinn ergab. Heute hat sich die Situation radikal geändert.
Im 1991 Jahr kosteten Lithium-Ionen-Akkuzellen etwa $9200 pro kWh.
Bis zum 2024 Jahr sanken ihre Kosten auf etwa $78 pro kWh.
Das ist ein Rückgang um mehr als 99%.
Was bedeutet das im wirklichen Leben
Nehmen wir die Batterie eines modernen Elektroautos mit einer Kapazität von etwa 60–65 kWh.
Heute belaufen sich die Kosten für die Akkuzellen selbst für eine solche Batterie auf etwa $5000.
Würde man versuchen, eine solche Batterie zu den Preisen der frühen 1990er Jahre zusammenzubauen, würden allein die Akkuzellen etwa $600 000kosten.
Das bedeutet, die Batterie wäre um ein Vielfaches teurer als ein gutes Haus – noch bevor man überhaupt ein Auto drumherum gebaut hätte.
Genau deshalb blieben frühe Elektroautos lange Zeit eine teure Nischentechnologie.
Warum Batterien so günstig geworden sind
Der Hauptgrund ist die Massenproduktion.
Je mehr Akkus weltweit produziert wurden, desto günstiger wurde jede weitere Batterie.
Die Hersteller bauten riesige Fabriken, verbesserten die chemische Zusammensetzung der Akkus, automatisierten die Montage und reduzierten den Anteil teurer Materialien.
Gleichzeitig stieg auch die Energiedichte.
Eine moderne Batterie kann bei gleicher Größe und gleichem Gewicht deutlich mehr Energie speichern als Akkus früherer Generationen.
Infolgedessen sind Batterien gleichzeitig günstiger, kompakter und effizienter geworden.
Elektroautos werden erschwinglicher
Gerade der Preisverfall bei den Akkus war einer der Hauptgründe für die schnelle Verbreitung von Elektroautos.
Heute werden auf einigen Märkten bereits kleine neue Elektroautos für etwa $10 000verkauft.
Besonders deutlich zeigt sich dies in China, wo ein intensiver Wettbewerb zwischen den Herstellern zur Entstehung einer Vielzahl preiswerter Modelle geführt hat.
In Europa und den USA sind Elektroautos zwar noch teurer, doch auch dort erscheinen allmählich Modelle in erschwinglicheren Preiskategorien.
Dies ist nicht nur für Autos von Bedeutung
Günstige Akkus verändern weit mehr als nur den Automobilmarkt.
Sie ermöglichen es, Strom zu speichern, der von Solar- und Windkraftanlagen erzeugt wurde.
Wenn die Sonne tagsüber scheint, kann überschüssige Energie in riesigen Batteriespeichersystemen gespeichert und am Abend oder in der Nacht genutzt werden.
Je günstiger Batterien werden, desto einfacher ist es für Energiesysteme, große Mengen erneuerbarer Energien zu nutzen.
Daher beschleunigt der Preisverfall bei Akkus gleichzeitig die Entwicklung von Elektroautos, Solarenergie und Energiespeichersystemen.
Eine der unauffälligsten technologischen Revolutionen
Der Preisverfall bei 99% vollzog sich schrittweise, weshalb er selten für Schlagzeilen sorgte.
Doch das Ergebnis ist gewaltig.
Eine Technologie, die noch vor Kurzem zu teuer für den Masseneinsatz war, findet sich heute in Millionen von Autos, Smartphones, häuslichen Speichersystemen und großen Kraftwerken.
Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Die Hersteller suchen weiterhin nach kostengünstigeren chemischen Zusammensetzungen, arbeiten an einer längeren Lebensdauer der Akkus und bauen immer größere Fabriken.
Innerhalb einer Generation hat sich eine Batterie, die einst Hunderttausende von Dollar kosten konnte, zu einem industriellen Massenprodukt im Wert von wenigen Tausend entwickelt.
Dies ist eines der besten Beispiele dafür, wie schnell sich eine Technologie wandeln kann, wenn die Produktion tatsächlich zum Massenphänomen wird.

