Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat die 83. Sitzung des Ausschusses für den Schutz der Meeresumwelt (MEPC 83) abgeschlossen. Die Mitgliedstaaten haben die erste globale CO2-Bepreisung für die Schifffahrt in der Geschichte verabschiedet.
Die Entscheidung umfasst einen Mechanismus zur Bepreisung von Treibhausgasen sowie einen Fonds zur Verteilung der Einnahmen. Zudem wurde ein globaler Kraftstoffstandard verabschiedet, der die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg berücksichtigt – von der Produktion bis zur Verbrennung.
Der Text des Dokuments wurde durch Abstimmung vereinbart. Er soll im Oktober verabschiedet werden, das Inkrafttreten ist für das Jahr 2028 geplant. Die Maßnahmen sind Teil des IMO Net Zero-Rahmenprogramms, dessen Ziel die Dekarbonisierung der Branche bis zum Jahr 2050 ist.
„Mit der Verabschiedung eines globalen Kraftstoffstandards und eines Preismechanismus für Treibhausgase hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation einen wichtigen Schritt zur Verringerung der Klimaauswirkungen der Schifffahrt getan“, erklärte Natasa Stamatiou, Leiterin der IMO-Delegation des Environmental Defense Fund.
Der Kraftstoffstandard erfordert eine schrittweise Senkung der Treibhausgasemissionsintensität. Ein flexibler Compliance-Mechanismus ermöglicht den Handel mit Einheiten zur Erfüllung der Anforderungen. Die Einnahmen aus diesem Handel werden zur Förderung von emissionsfreien oder nahezu emissionsfreien Kraftstoffen sowie für einen gerechten Übergang in gefährdeten Regionen verwendet – insbesondere in kleinen Inselentwicklungsländern und den am wenigsten entwickelten Ländern.
„Dieser Rahmen ermöglicht es der Schifffahrt, sich von fossilen Brennstoffen abzuwenden, unter Berücksichtigung des vollständigen Lebenszyklus der Emissionen, eines Preismechanismus und Bestimmungen zur Unterstützung gefährdeter Länder“, merkte Angie Farrag-Thibault, Vizepräsidentin für globalen Verkehr beim EDF, an.
Darüber hinaus wird die IMO erstmals öffentlichen Zugang zu anonymisierten Schiffsdaten aus dem Datenerfassungssystem gewähren, einschließlich des Kraftstoffverbrauchs und der CII-Bewertungen. Wie wird sich dieser Schritt in den kommenden Jahren auf die tatsächlichen Emissionsreduzierungen auswirken?
Der Environmental Defense Fund betont: Die grundlegenden Elemente sind vorhanden, müssen aber im Laufe der Zeit gestärkt werden. Die Organisation beabsichtigt, ihre Arbeit mit den Mitgliedstaaten und der Branche fortzusetzen, damit die Maßnahmen effektiv und gerecht werden.

