Die NASA hat das Projekt GIMLI ausgewählt, um die Grube Marius Hills auf dem Mond zu erforschen. Das Ziel ist herauszufinden, ob sich dieser Einsturz zu einer ausgedehnten unterirdischen Lavaröhre oder Höhle öffnet.
Das Projekt Geophysical Instruments for Marius Lunar pit Investigation wird vom Planetary Science Institute (PSI) geleitet. Projektleiter ist der leitende Wissenschaftler und stellvertretende Direktor des PSI, Tan Putzig. Partner ist das Unternehmen Honeybee Robotics, das einen erheblichen Teil der Ausrüstung entwickeln wird.
Die Instrumente werden mit einer kommerziellen Landefähre und einem Rover im Rahmen des CLPS-Programms zum Mond gebracht. Vor Ort werden sie umfassende Messungen direkt von der Oberfläche aus durchführen.
Zum Arsenal von GIMLI gehören ein Bodenradar, seismische Sensoren, ein Gravimeter und Kameras. Gemeinsam sollen sie einen Blick unter den Mondboden ermöglichen und, falls ein Hohlraum entdeckt wird, dessen Ausmaße abschätzen.
Besonders bemerkenswert ist die aktive seismische Sondierung. Dies wird die erste absichtliche Erzeugung seismischer Wellen auf dem Mond seit der Apollo-Mission 17 im Jahr 1972 sein.
Die Grube Marius Hills liegt in einer der vulkanisch vielfältigsten Regionen des Mondes. Orbitale Beobachtungen deuten schon lange auf mögliche Lavaröhren unter der Oberfläche des Trabanten hin.
Solche natürlichen Hohlräume könnten zuverlässigen Schutz für künftige Astronauten bieten. Sie würden vor Strahlung, extremen Temperaturschwankungen und Mikrometeoroiden schützen – ohne dass schwere Abschirmungen von der Erde mitgebracht werden müssten.
Die Wissenschaftler betonen: Die Bestätigung der Existenz einer ausgedehnten Höhle brächte nicht nur praktischen Nutzen für künftige Missionen, sondern auch neue Erkenntnisse über die vulkanische Geschichte des Mondes. Wie weit erstreckt sich dieser mögliche Hohlraum und was wird er über die Vergangenheit des Trabanten erzählen?
Die Auswahl des Projekts erfolgte im Rahmen des PRISM-Programms. Die NASA gab sie Anfang Oktober 2026 bekannt. Die Untersuchung wird eine der ersten direkten geophysikalischen Sondierungen von Mondgruben von der Oberfläche aus sein.


