Am 23 Oktober, dem Tag des Schneeleoparden, kam eine hoffnungsvolle Nachricht: In den Jahren des systematischen Schutzes hat sich die Population dieser seltenen Katzen in China verdoppelt – von etwa 2500 auf rund 5000 Tiere. Das Land verfügt nun über die weltweit größte Gruppe von Schneeleoparden und die ausgedehntesten Lebensräume – mehr als 2 Mio. Quadratkilometer, was über 60 % der globalen Fläche entspricht.
Der Schneeleopard, auch Irbis genannt, lebt im Hochgebirge von acht Provinzen und autonomen Gebieten – von Xinjiang und Tibet bis Yunnan und der Inneren Mongolei. Er dient als Indikator für die Gesundheit der alpinen Ökosysteme: Wo es stabile Leopardenpopulationen gibt, ist auch die Kette „Raubtier – Huftiere – Vegetation“ in Ordnung. Seit 2013 haben die Behörden den Schutz verstärkt: Weiden wurden wiederhergestellt, die Bestände der wichtigsten Beutetiere – Blauschafe, Schraubenziegen und Argali – wieder erhöht und in Schlüsselgebieten zwei Nationalparks und 78 besonders geschützte Gebiete geschaffen.
Besonders deutlich ist der Erfolg im Helan-Gebirge, wo der Leopard zuvor verschwunden war. Hier wurde das erste Wiederansiedlungsprojekt des Landes gestartet: Man wählte gesunde Tiere aus, lehrte sie das Leben in freier Wildbahn und setzte sie aus. Bis zum Jahr 2026 wurden bereits Fälle natürlicher Paarung und der Geburt von Jungtieren in der Wildnis verzeichnet – ein vollständiger Wiederherstellungszyklus, der zuvor nirgendwo auf der Welt erreicht worden war.
Neben den Schutzgebieten spielten moderne Monitoringmethoden eine wichtige Rolle – Infrarotkameras, Satellitenhalsbänder und DNA-Analysen aus Exkrementen. Gleichzeitig sind die Anwohner in die Patrouillen eingebunden und erhalten Entschädigungen für Schäden durch Wildtiere. Dieser Ansatz verwandelt den Schutz von einer Verbotsmaßnahme in ein gemeinsames Interesse von Mensch und Natur.
Die Ergebnisse zeigen, dass gezielte Maßnahmen selbst unter rauen Hochgebirgsbedingungen das Gleichgewicht wiederherstellen können. Der nächste Schritt ist die Stärkung der Vernetzung der Lebensräume und die Verringerung von Konflikten zwischen Mensch und Leopard, damit das Populationswachstum nachhaltig wird.

