Der Sommer in Florida bringt nicht nur Hitze, sondern auch unerwartete Begegnungen mit Neungürtelgürteltieren. Die Bewohner des Bundesstaates bemerken diese „kleinen gepanzerten“ Säugetiere häufiger als üblich, und Wissenschaftler der University of Florida erklären die Ursache in einer neuen zweisprachigen Veröffentlichung von Ask IFAS.
Das Neungürtelgürteltier (Dasypus novemcinctus) ist kein einheimischer Bewohner Floridas. Seine Vorfahren kamen aus Südamerika und wanderten allmählich von Mexiko und Texas nach Norden, wobei die Art Mitte des 20. Jahrhunderts nach Florida gelangte. Heute ist das Tier in allen Landkreisen des Bundesstaates anzutreffen und passt sich inmitten der wachsenden Bebauung an das Leben in der Nähe von Menschen an.
Der sommerliche Anstieg der Sichtungen ist auf die Paarungszeit zurückzuführen. Weibliche Gürteltiere bringen vier genetisch identische Nachkommen aus einem einzigen befruchteten Ei zur Welt – eine einzigartige Eigenschaft unter Wirbeltieren. Zu dieser Zeit bewegen sich die Tiere aktiver und sind häufiger zu sehen.
Gürteltiere sind ausgezeichnete Gräber. Sie graben zahlreiche Baue, die nicht nur ihnen selbst, sondern auch anderen Wildtierarten als Unterschlupf dienen. Darüber hinaus besteht ihre Nahrung zu 90 % aus Insekten und wirbellosen Tieren, sodass Gürteltiere zur Kontrolle von Schädlingen in Gärten und landwirtschaftlichen Flächen beitragen.
Ein neuer Leitfaden von UF/IFAS in englischer und spanischer Sprache befasst sich mit der Biologie der Art, ihrem Nutzen für Ökosysteme und einfachen Methoden des friedlichen Zusammenlebens. Die Empfehlungen umfassen die Reduzierung von Nahrungsquellen, das Aufräumen von Fallobst und die Installation von Barrieren um gefährdete Landschaftsbereiche.
Das Verständnis der Gewohnheiten von Gürteltieren ermöglicht es den Einwohnern Floridas, ihre Anwesenheit nicht nur zu tolerieren, sondern auch die Rolle dieser Tiere bei der Aufrechterhaltung des natürlichen Gleichgewichts wertzuschätzen.

