Indien etabliert sich zunehmend als wichtiger Lieferant von Dieselkraftstoff für Europa. Im August 2026 lieferten indische Raffinerien etwa 60% des Diesel- und Gasölvolumens, das in Richtung Europa durch die Bab-el-Mandeb-Straße transportiert wurde.
Nach Angaben des Analyseunternehmens Vortexa flossen über diese wichtige Route etwa 200 Tausend Barrel pro Tag nach Europa. Die Mengen haben nach einem fast vollständigen Stillstand im März und April wieder das Niveau des Vorjahres erreicht.
Die russischen Seetransporte von Diesel und Gasöl beliefen sich im August in den ersten 25 Tagen des Monats im Durchschnitt auf nur 150 Tausend Barrel pro Tag. Das sind 610 Tausend Barrel weniger als im Vorjahr und 81% unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt.
Auch die Lieferungen aus den USA, einer weiteren wichtigen Quelle für Europa, beginnen zu sinken. Im August deckten sie etwa die Hälfte der europäischen Dieselimporte von außerhalb der Region – etwa 520 Tausend Barrel pro Tag. In der zweiten Monatshälfte fielen die Mengen jedoch auf 350 Tausend Barrel.
Indien, das viertgrößte Ölraffineriezentrum der Welt, verfügt über Kapazitäten von 258,1 Millionen Tonnen pro Jahr. Dies übersteigt den Inlandsverbrauch deutlich. Im Finanzjahr 2025–2026 exportierte das Land 61,5 Millionen Tonnen Ölprodukte.
Europäische Käufer wenden sich zunehmend an indische Lieferungen, um Engpässe aus östlicher Richtung auszugleichen. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien, einschließlich der in Perm, schränken die Exporte aus Russland weiterhin ein, und die US-Verschiffungen verlieren an Dynamik.

