Hohe körperliche Fitness bei Senioren senkt Sterberisiko um 61%

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Eine Studie taiwanesischer Universitäten: Eine hohe körperliche Fitness älterer Menschen senkt das Sterberisiko um 61%

Laut einer groß angelegten Studie der National Yang Ming Chiao Tung University und ihrer Partner haben ältere Menschen, deren allgemeine körperliche Fitness zu den besten 20 Prozent gehört, ein um 61 Prozent geringeres Sterberisiko im Vergleich zu jenen mit den niedrigsten Werten. Die im Fachjournal JAMA Network veröffentlichte Arbeit umfasste über zehntausend Personen über 65 Jahren und erstreckte sich über einen Zeitraum von sieben Jahren.

Wissenschaftler von drei taiwanesischen Universitäten wendeten eine Reihe funktioneller Tests an: Beinheben im Stand, Aufstehen von einem Stuhl, Vorbeugen im Sitzen, Stehen auf einem Bein mit offenen Augen und den „Aufsteh-und-Geh-Test“. Diese Aufgaben bewerteten die Herz-Lungen-Ausdauer, Muskelkraft, Flexibilität, Gleichgewicht und Agilität – genau die Eigenschaften, die den Alltag direkt beeinflussen.

Der Zusammenhang zwischen den Testergebnissen und dem Sterberisiko blieb auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, sozialem Status und dem Vorhandensein chronischer Krankheiten bestehen. Besonders deutlich sank das Risiko bei jenen, die sich bei Gleichgewicht, Agilität und Unterkörperkraft besser schlugen: Die Werte fielen um mehr als 50 Prozent. Die Forscher betonen, dass die Fähigkeit, selbstständig aufzustehen und stabil zu gehen, nicht nur für den Komfort, sondern auch zur Vorbeugung von Stürzen und Brüchen wichtig ist.

Interessanterweise erwies sich der Zusammenhang als nicht-linear. Der größte Nutzenzuwachs zeigte sich beim Übergang von einem niedrigen zu einem mittleren Fitnessniveau.

Eine weitere Verbesserung bis hin zu einem Elite-Niveau brachte nur noch einen geringeren zusätzlichen Effekt. Dies bedeutet, dass Senioren nicht unbedingt zu Leistungssportlern werden müssen – es reicht aus, sich zu bewegen und schrittweise Muskeln, Gleichgewicht und Koordination zu stärken.

Liang Li-lin, stellvertretender Direktor des Instituts für öffentliche Gesundheit an der Yang Ming Chiao Tung University, merkte an: Selbst bei anfänglich geringer Fitness führt eine regelmäßige Steigerung der Aktivität zu spürbaren Vorteilen. Seiner Meinung nach ist es wichtig, nicht nur Krankheiten zu bewerten, sondern auch die „physiologische Reserve“ – also, wie gut ein Mensch noch in der Lage ist, alltägliche Handlungen auszuführen.

Körperliche Fitness fungiert in dieser Studie als integraler Gesundheitsindikator: Sie spiegelt sowohl die Belastung durch Krankheiten als auch die Alterungsrate und die tatsächliche Fähigkeit zum selbstständigen Leben wider. Liang Li-lin betont, dass es für ältere Menschen ausreicht, die Fähigkeit zum Aufstehen, stabilen Stehen und Gehen zu erhalten – jeder zusätzliche Schritt und jede Bewegung bringt sie einem längeren und aktiveren Leben näher.

Die Studienergebnisse bestätigen, dass der Fokus auf funktionelles Training ein praktisches Instrument zur Bewertung und Verbesserung der Gesundheit im Alter darstellt. Die Wissenschaftler merken an, dass solche Tests einfach sind, keine komplexe Ausrüstung erfordern und in der klinischen Routinepraxis eingesetzt werden können.

Somit bleibt die Aufrechterhaltung der Fähigkeit, aufzustehen, das Gleichgewicht zu halten und zu gehen, eine der zugänglichsten Methoden, um das Risiko eines vorzeitigen Todes bei älteren Menschen zu verringern.

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Quellen

  • 体适能是长寿关键阳明交大研究:最佳前20%长者死亡风险 ...

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