Seltene Zwillinge in San Diego: Seelöwen und Ameisenigel überraschen Zoologen

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

In San Diego wurden in diesem Jahr gleich zwei seltene Fälle von Zwillingsgeburten bei Säugetieren verzeichnet. In freier Wildbahn vor der Küste von La Jolla Cove brachte eine Seelöwin zwei Jungtiere zur Welt – ein Phänomen, das Experten für diese Art als äußerst ungewöhnlich einstufen. Parallel dazu schlüpften im San Diego Zoo Safari Park bei dem Kurzschnabeligel Katherine zwei Puggles, Jungtiere in der Größe eines Gummibärchens.

Normalerweise bringen Seelöwenweibchen pro Saison ein Jungtier zur Welt. Die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge wird auf weniger als ein Prozent geschätzt, und solche Fälle wurden in der Region San Diego bisher nicht registriert. Beobachter der Sierra Club Seal Society entdeckten die Mutter mit zwei Neugeborenen Mitte Juni: Bei einem war noch die Nabelschnur vorhanden, beim anderen Reste der Plazenta. Beide Jungtiere, so die Beobachtungen, werden aktiv gesäugt und entwickeln sich ohne menschliches Eingreifen.

Nicht weniger bemerkenswert ist die Geschichte mit den Ameisenigeln. Diese eierlegenden Säugetiere, auch Kloakentiere genannt, legen normalerweise nur ein Ei pro Fortpflanzungssaison. Puggles verbringen etwa zwei Monate im Beutel der Mutter und ziehen dann in einen Bau um. Im Fall von Katherine entdeckten die Zoologen gleich zwei Jungtiere. Eines zieht sie in einem unterirdischen Bau auf, das zweite, schwächere, musste im Veterinärzentrum von Hand aufgezogen werden. Tierärzte führen Ultraschalluntersuchungen des Magens des handaufgezogenen Puggles durch, um den Fütterungsplan präziser anzupassen – die gewonnenen Daten tragen bereits dazu bei, die Pflege dieser Art zu verbessern.

Beide Ereignisse finden vor dem Hintergrund der aktiven Arbeit der San Diego Wildlife Alliance zum Schutz seltener Tiere statt. Kurzschnabeligel geben der IUCN derzeit keinen großen Anlass zur Sorge, ihre Langschnabel-Verwandten sind jedoch vom Aussterben bedroht. Die Beobachtungen der Zwillinge bieten eine einzigartige Gelegenheit, Besonderheiten der Verdauung und des mütterlichen Verhaltens zu untersuchen, die bisher kaum bekannt waren.

Solche seltenen reproduktiven Erfolge erinnern daran, wie zerbrechlich und individuell die Überlebensstrategien verschiedener Arten sind. Zoos und Freiwilligenprogramme halten diese Momente nicht nur fest, sondern wandeln sie auch in praktisches Wissen für die zukünftige Naturschutzarbeit um.

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Quellen

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