Eine im Fachjournal Biological Psychology von einem Forscherteam der Universität Innsbruck in Österreich veröffentlichte Studie zeigt, dass körperlicher Kontakt mit einem Hund die physiologische Reaktion des Körpers auf nachfolgenden Stress abschwächen kann, auch wenn er die Erholung nach bereits erlebtem Stress nicht beschleunigt. Die auf den 26. Oktober 2026 datierte Arbeit präzisiert den Mechanismus, über den der Umgang mit einem Haustier den Stress beeinflusst.
An dem Experiment nahmen 64 erwachsene Hundebesitzer teil – 51 Frau und 13 Männer, Durchschnittsalter 34,1 Jahre. Alle Hunde waren gesund und älter als zwei Jahre. Die Teilnehmer wurden standardisierten Stressaufgaben ausgesetzt: Antworten auf Fragen unter Zeitdruck und schwierigen Kopfrechenaufgaben unter Beobachtung und mit negativem Feedback. Die Reaktionen wurden mittels Elektrokardiographie (EKG) und Elektroenzephalographie (EEG) registriert.
Nach der ersten Testserie folgte eine fünfminütige Pause zur Erholung. Einer Gruppe war es erlaubt, den Hund frei zu streicheln und mit ihm zu interagieren, der anderen nicht. Danach absolvierten alle eine zweite Runde von Stressaufgaben. Die physiologischen Messwerte bestätigten den erwarteten Stress: erhöhte Pulsfrequenz, verringerte Herzfrequenzvariabilität, verminderte Alpha-Wellen-Aktivität und vermehrte Beta-Wellen im Gehirn.
Die Ergebnisse zeigten bei denen, die den Hund streichelten, keine beschleunigte Erholung nach dem ersten Stress. Beim zweiten Test wies diese Gruppe jedoch deutlich niedrigere physiologische Stressanzeichen auf. Die subjektiven Einschätzungen der eigenen Anspannung durch die Teilnehmer stimmten dabei nicht immer mit den Messdaten überein.
Somit scheint ein kurzer körperlicher Kontakt mit einem Hund die Bereitschaft des Körpers für einen neuen Stressor zu senken, auch wenn er nicht hilft, den vorherigen schneller „loszulassen“. Die Studie unterstreicht die Rolle gerade der taktilen Interaktion unter den anderen Formen des Umgangs mit einem Haustier.
Für Hundebesitzer bedeutet das, dass einige Minuten Streicheln vor einem wichtigen Termin oder einem schwierigen Tag die Reaktion des Körpers tatsächlich abmildern können, auch wenn der Mensch selbst den Unterschied nicht immer sofort bemerkt.


