Ein „intelligenter Hund“ ist nicht immer nur ein folgsamer Befehlsempfänger. Manchmal verbirgt sich dahinter ein Stratege, der den Kühlschrank plündert, während Sie schlafen, oder ein Taktiker, der Sie im Glauben lässt, dass er Sie erzieht.

Wir untersuchen, welche Rassen als besonders gerissen gelten, warum Klugheit zur Herausforderung werden kann und wie man einen Gefährten auswählt, der die Wohnung nicht in ein Testgelände verwandelt.
Der Siberian Husky ist ein Meister der Flucht und des unabhängigen Denkens. Jack Russell Terrier, Beagle und Dackel sind kleine, aber äußerst erfinderische Schlingel. Der Shiba Inu ist eine eigensinnige und schlaue „Katze im Hundekörper“. Australian Cattle Dogs und Border Collies finden sich ebenfalls oft auf der Liste der Unruhestifter wieder, da sie aus Langeweile Chaos stiften.
Hohe Intelligenz ist nicht nur ein Pluspunkt. Solche Hunde brauchen ständige geistige und körperliche Auslastung, da sie sonst zu Zerstörern oder „Schlitzohren“ werden, die ihre Besitzer manipulieren. Anfängern wird eher zu Golden Retrievern oder Labradoren geraten – sie sind klug, aber deutlich „umgänglicher“.
Siberian Husky – der Houdini der Hundewelt
Er klettert über Zäune, gräbt Tunnel, öffnet Riegel und lernt sogar, Türklinken zu drücken.
Dabei blickt er Ihnen mit einer solchen Unschuld in die Augen, dass man ihm selbst zerfetzte Tapeten sofort verzeiht.
Er führt Befehle meist nur dann aus, wenn er einen persönlichen Vorteil darin erkennt.
Jack Russell Terrier
Er spürt Leckerlis in verschlossenen Behältern auf und täuscht nacheinander bei allen Familienmitgliedern großen Hunger vor.
Beagle
Er nutzt seinen Geruchssinn für den „unbefugten Zugriff“ auf Vorräte und ignoriert Kommandos im Freien mit meisterhafter Gelassenheit.
Dackel
Er bildet logische Ketten wie „wenn ich traurig gucke, bekomme ich eine Wurst“ und versteht es, Müdigkeit vorzutäuschen, um getragen zu werden.
Wie erkennt man den kleinen Schlaukopf schon beim Welpen?
Testen Sie die Kleinen im Alter von 7–8 Wochen:
- Legen Sie ein Leckerli unter einen durchsichtigen Becher: Ein cleverer Welpe findet schnell einen Weg, es sich zu holen.
- Versuchen Sie, ihn beim Spielen abzulenken: Ein unabhängiger Charakter kehrt erst dann zum Spiel zurück, wenn er es möchte.
- Verstecken Sie ein Spielzeug vor seinen Augen: Beobachtungsstarke Welpen merken sich den Ort und kehren später dorthin zurück.
Vorsicht, wenn der Welpe:
- beim ersten Hindernis zu schnell aufgibt (das kann eher Faulheit als mangelnde Intelligenz sein);
- oder umgekehrt Ihre Versuche, Aufmerksamkeit zu erregen, völlig ignoriert (ein Zeichen für ausgeprägte Unabhängigkeit).
Ein Hund schmiedet keine „Ränke“ aus Bosheit. Seine Gerissenheit ist eine Anpassung an die Umwelt. Wenn Regeln unklar bleiben und Bedürfnisse nicht erfüllt werden, sucht sich ein kluger Hund seinen eigenen Weg.
Ihre Aufgabe:
- klare Grenzen setzen
- geistige Auslastung bieten
- eine Beziehung aufbauen, die auf Vertrauen statt auf Dominanz basiert
Dann wird selbst der gerissenste Husky oder Shiba nicht zum „Zerstörer“, sondern zu einem Partner – mit dem das Leben einfach spannender ist.
„Ein Hund möchte Sie nicht täuschen. Er möchte die Spielregeln verstehen – und gewinnen. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass am Ende beide Seiten gewinnen.“




