Wie soziale Netzwerke unsere Reisen steuern: Daten einer Studie von Opodo

Autor: Tatyana Hurynovich

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Soziale Netzwerke sind längst keine reinen Plattformen für die Kommunikation mehr. Heute diktieren sie uns, wohin wir fliegen, was wir essen und wie wir uns vor Sehenswürdigkeiten in Pose werfen. Das Spektrum des Touristenverhaltens ist enorm: von der sorgfältigen Auswahl der Inhalte für die Veröffentlichung bis hin zu Versuchen, ganz auf Online-Aktivität zu verzichten, um den Moment zu bewahren.

Zu diesem Schluss kamen die Autoren einer neuen groß angelegten Studie der Online-Agentur Opodo, die den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Reisegewohnheiten untersucht hat. An der Umfrage nahmen 9 000 Reisende aus sieben Ländern teil: Großbritannien, USA, Portugal, Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Erkenntnisse darüber zusammengestellt, wie Instagram, TikTok und andere Plattformen die Regeln des modernen Tourismus neu schreiben.

📱 Soziale Netzwerke als wichtigster Reiseveranstalter der Generation Z

Newsfeeds und Kurzvideos (Reels) sind zur wichtigsten Inspirationsquelle für die Urlaubsplanung geworden, doch dieser Trend weist eine klare Alterstrennung auf.

  • Zoomer (Generation Z) erwiesen sich als am leichtesten beeinflussbar: 59% Vertreter dieser Generation wählen das Reiseziel, indem sie ihre Ideen ausschließlich aus sozialen Netzwerken schöpfen.
  • Millennials (25–35 Jahre) sind ebenfalls stark beeinflussbar: 52% gaben zu, dass soziale Netzwerke sie dazu bringen, dorthin zu fahren, woran sie zuvor nicht einmal gedacht hatten. Zum Vergleich: im Jahr 2024 lag dieser Wert bei nur 32%.
  • Die ältere Generation (65+) bleibt konservativ: nur 5% suchen Ideen für den Urlaub im Internet.

Wer lässt sich am stärksten beeinflussen? Jenseits des Ozeans erwiesen sich die Amerikaner: 49% der Reisenden aus den USA reisten unter dem Einfluss schöner Bilder ins Ausland. In Europa sind die empfänglichsten die Spanier (48%) und die Italiener (44%). Die Briten hingegen erwiesen sich als am rationalsten: nur 25% ändern ihre Pläne wegen Beiträgen im Netz.

„Soziale Netzwerke sind zu einem mächtigen Fenster zur Welt geworden und haben die Suche nach neuen Reisezielen zugänglicher, anschaulicher und persönlicher denn je gemacht. Online-Plattformen ermöglichen es Reisenden, die schönsten Momente ihrer Reisen zu teilen und andere zu Entdeckungen zu inspirieren“, kommentiert Pablo Caspers, Reisedirektor bei eDreams ODIGEO.

🇵🇹 Die Portugiesen sind die größten Influencer Europas

Wenn Sie in Ihrem Feed ein makelloses Selfie vor einem Sonnenuntergang oder ein ästhetisches Foto eines Abendessens sehen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sein Urheber ein Tourist aus Portugal ist. Die Studie zeigte, dass die Portugiesen ihre Eindrücke aktiver teilen als alle anderen Nationen:

  1. Selfies und persönliche Fotos: 50% der Portugiesen veröffentlichen regelmäßig Bilder von sich auf Reisen (zum Vergleich: Spanier — 40%, Italiener — 35%, Deutsche — 30%, Franzosen — 22%).
  2. Gastronomie: 66% der Portugiesen halten es für ihre Pflicht, Aufnahmen der lokalen Gerichte zu teilen (auf dem zweiten Platz liegen die Spanier — 57%).
  3. Landschaften: 88% der Portugiesen posten unbedingt Ansichten und Sehenswürdigkeiten.
  4. Aktivitäten: 66% beschreiben ihre Abenteuer und Ausflüge online.

🎭 Die Illusion des perfekten Urlaubs: Wer schönt die Realität?

Opodo hat untersucht, wie oft Touristen eine „digitale Illusion“ erzeugen, indem sie fröhliche Fotos posten, selbst wenn die Reise ein Reinfall war.

  • Meister des Schönfärbens: 54% der Portugiesen, 46% der Amerikaner und 36% der Spanier sind bereit, trotz Enttäuschung ein positives Bild der Reise im Internet aufrechtzuerhalten.
  • Verfechter der Aufrichtigkeit: Die Briten und die Deutschen erwiesen sich als die ehrlichsten. 27% der Briten gaben an, dass es „äußerst unwahrscheinlich“ sei, dass sie rosige Beiträge über einen misslungenen Urlaub veröffentlichen würden, und unter den Deutschen würden nur 23% einen gescheiterten Urlaub in positivem Licht darstellen.

🗺️ Auf der Suche nach „verborgenen Perlen“ und der Kampf gegen FOMO

Paradoxerweise helfen dieselben sozialen Netzwerke dabei, ausgetretene Touristenpfade zu verlassen. Gerade über Online-Plattformen suchen Touristen wenig bekannte Orte:

  • 🥇 Portugiesen (42%)
  • 🥈 Spanier (40%)
  • 🥉 Italiener (36%)
  • Franzosen (30%) und Deutsche (26%) beschließen die Liste der Sucher nach geheimen Orten.

Die Abhängigkeit vom Bildschirm während des Urlaubs Trotz der wachsenden Beliebtheit des Trends zum digitalen Detox (dem vollständigen Verzicht auf Gadgets, um in den Moment einzutauchen), können viele die Angewohnheit, ständig Benachrichtigungen zu prüfen, nicht ablegen. Am häufigsten scrollen im Urlaub den Feed Deutsche und Amerikaner (je 34%), sowie Portugiesen (33%). Am unabhängigsten vom Netz erwiesen sich Italiener: nur 20% gehen während des Urlaubs regelmäßig in die sozialen Netzwerke.

💎 Fazit: Content gegen Realität

Die Studie von Opodo zeigt die zwiespältige Natur des modernen Reisenden. Einerseits nutzen wir soziale Netzwerke als Instrument der Visualisierung (22% der Portugiesen „probieren“ den Urlaub online schon vor der Buchung aus) und als Quelle der Inspiration. Andererseits wächst die Müdigkeit gegenüber der Notwendigkeit, „immer erreichbar“ zu sein und perfekten Content zu schaffen.

So entsteht eine neue touristische Landschaft, in der zwei Extreme nebeneinander bestehen: die einen reisen für einen neuen Post, die anderen fahren ans Ende der Welt, um endlich das Smartphone auszuschalten und die Stille zu genießen.

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Quellen

  • Исследование Opodo показало, как соцсети влияют на наши поездки: от выбора контента для публикаций до полного отказа от онлайн-активности.

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