Am Dienstag, dem 11. August 2026, reagierten die globalen Märkte mit einem starken Anstieg der Energiepreise und der Renditen von US-Staatsanleihen, ausgelöst durch eine neue Eskalation der diplomatischen Krise zwischen Washington und Teheran. Die gegenseitigen Forderungen nach Reparationszahlungen machten eine potenzielle Einigung über die Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus praktisch unerreichbar.
Gegenseitige Forderungen und Verhandlungsblockade
US-Präsident Donald Trump reagierte auf die iranischen Forderungen mit beispiellosen Gegenansprüchen und wies seine Verhandlungsführer an, von Teheran Entschädigung für Angriffe zu verlangen, die er dem Iran in den letzten Jahrzehnten zuschreibt, darunter die Sprengung des Zerstörers USS Cole im Jahr 2000. Später erweiterte Trump in den sozialen Medien von Truth Social die Liste und erklärte, der Iran müsse auch für Todesfälle im Libanon, in Syrien, Jemen und Gaza Entschädigung leisten.
Vertreter Teherans, das seit fünf Monaten unter US-amerikanischen und israelischen Bombardierungen leidet, fordern ihrerseits eigene Entschädigungen. Die iranische Seite erklärt, die Straße von Hormus werde geschlossen bleiben, bis Washington die Seeblockade aufhebt, die Sanktionen zurücknimmt und die eingefrorenen Vermögenswerte freigibt.
Die aktuelle Verhandlungspause ist beabsichtigt: Trump gab zu, dass die USA „ohne viel Aufhebens“ vorgehen, indem sie wirtschaftlichen Druck bevorzugen und abwarten, bis die Inflation die iranische Staatskasse erschöpft. Gleichzeitig, trotz Trumps triumphalen Erklärungen über eine „100-prozentige Kontrolle“ über die Meerenge, zeigen Daten des Unternehmens Kpler, dass der Verkehr von den vor dem Krieg üblichen 130–140 Schiffen auf 6–11 Durchfahrten pro Tag gesunken ist.
Marktreaktion: Öl und Anleihen
Händler werteten den Ultimaten-Austausch als Zeichen dafür, dass eine Einigung auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Brent-Rohöl-Futures stiegen um etwa 2,5 % und notierten bei rund 89,8 Dollar pro Barrel, während die amerikanische WTI 84,2 Dollar erreichte.
Synchron dazu schnellten die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe: Investoren begannen, Anleihen zu verkaufen, aus Sorge, dass teures Öl die globale Inflation anheizen würde. Die Rendite 30-jähriger Papiere überschritt 5,27 %, die 10-jähriger 4,7 % und die 2-jähriger 4,25 %, womit sie neue Jahreshöchststände erreichten. Die Geldmärkte schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed im September nun auf 50 zu 50 ein.
Analystenprognosen: Gold, Öl und weitere Ressourcen
- Gold: Der traditionelle Status des Edelmetalls als „sicherer Hafen“ geriet in diesem Konflikt unter Druck. Aufgrund steigender Anleiherenditen und Inflation verlor Gold an Wert: In bestimmten Phasen verbilligte es sich um mehr als 1,5 % (zeigt aber gerade einen Anstieg). Analysten großer Investmentbanken wie Goldman Sachs haben ihre Goldpreisprognose für Dezember 2026 bereits gesenkt und weisen darauf hin, dass hohe Zinsen zinslose Vermögenswerte für institutionelle Anleger weniger attraktiv machen.
- Öl: Der Markt für „schwarzes Gold“ bleibt extrem volatil. In diesem Jahr durchbrachen die Preise bereits die Marke von 97 Dollar pro Barrel angesichts von Zweifeln an einem Waffenstillstand und fielen dann in kurzen Phasen des Optimismus unter 74 Dollar. Um den Schock der faktischen Blockade der Meerenge abzufedern, sah sich die Internationale Energieagentur (IEA) gezwungen, eine historische Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven zu genehmigen.
- Makroökonomie und weitere Ressourcen: Der geopolitische Schock trifft bereits die Realwirtschaft. So war beispielsweise die deutsche Regierung gezwungen, ihre Wirtschaftswachstumsprognose für 2026 aufgrund der Folgen des Iran-Konflikts zu halbieren (von 1 % auf 0,5 %). Analysten warnen, dass, solange die Straße von Hormus faktisch blockiert ist, die globalen Märkte für Rohstoffe, Metalle und Energieträger in einer Zone maximalen Risikos bleiben werden und jegliche Nachrichten von der Frontlinie starke Preissprünge hervorrufen werden.


