In der Nacht zum 31. August 2026 verlor Novak Djokovic auf dem Arthur-Ash-Court zum ersten Mal in zwei Jahrzehnten in der ersten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Der Fünfsatzmarathon gegen den Argentinier Mariano Navone endete mit 7-6(5), 5-7, 4-6, 6-2, 6-1, und der 39-jährige Serbe verließ unter Tränen den Platz nach vier Stunden und 36 Minuten Kampf.
Das Match begann mit gewohnter Dominanz: drei Asse in den ersten Spielen und 3-0. Doch schon zur Mitte des ersten Satzes wirkte Djokovic müde, später geradezu krank. Er ging mehrmals zum Handtuchkorb und übergab sich, später griff er sich vor Krämpfen an den linken Fuß, und der Aufschlag versagte am Ende völlig wegen Rückenproblemen.
Navone, ein 25-jähriger Spieler aus den Top 50, nutzte die Gelegenheit nicht nur. Er hielt dem Druck stand, gewann zwei Sätze in Folge und setzte im entscheidenden Satz sein Spiel durch, was Dutzende unerzwungener Fehler provozierte. Für den Argentinier war es der erste Sieg gegen einen Spieler dieses Kalibers und ein wahr gewordener Traum, wie er nach dem Match selbst zugab.
Das letzte Mal verlor Djokovic in der ersten Runde eines Grand Slams 2006 bei den Australian Open, als er erst 18 war. Seitdem gewann er 24 Titel und stellte mit 77 Siegen in Auftaktmatches bei Majors einen Rekord auf. Diese Niederlage reißt diese Serie und stellt seine Jagd nach dem 25. Titel infrage, die seit drei Jahren erfolglos bleibt.
Die Situation wurde nicht nur durch altersbedingte Müdigkeit verschärft, sondern auch durch eine plötzliche Erkrankung. Wie bei einem Marathon, bei dem ein Läufer auf dem letzten Kilometer plötzlich die Kräfte verliert, wurde Djokovic, der es gewohnt ist, in langen Matches zu dominieren, diesmal selbst zum Opfer des Verschleißes. Die körperliche Ressource, die jahrzehntelang unerschöpflich schien, versagte genau dann, als das Maximum gefordert war.
Dieses Match ist nicht nur Statistik. Es erinnert daran, dass selbst die größten Champions nicht vor menschlicher Verletzlichkeit gefeit sind. Für den Tennissport ist es ein Signal: Die Ära der Dominanz der "Großen Drei" geht endgültig zu Ende, und neue Generationen sind bereit, sich ihren Platz zu nehmen.

