In der Formel 1 geht eines der am meisten erwarteten Wochenenden der Saison weiter – der Große Preis von Belgien. Heute werden die Fahrer auf die legendäre Rennstrecke von Spa-Francorchamps gehen, wo sie zuerst das dritte freie Training absolvieren und sich dann den Kampf um die Pole Position im Qualifying stellen werden.
Das dritte Training beginnt um 12:30 Uhr Ortszeit – das ist 13:30 Uhr in Kiew, 11:30 Uhr in Zürich. Das Qualifying ist für 16:00 Uhr in Belgien angesetzt, oder 17:00 Uhr in Kiew, 15:00 Uhr in Zürich. Genau dessen Ergebnisse werden die Startaufstellung für das Sonntagsrennen bestimmen.
Letzte Chance, die perfekten Einstellungen zu finden
Das dritte Training wird für die Teams die letzte Gelegenheit sein, die Autos vor dem Qualifying zu testen. Die Ingenieure müssen die Daten der Freitagsrunden analysieren, Aerodynamik-Einstellungen vornehmen und verstehen, wie die Reifen auf der langen und schnellen Runde von Spa funktionieren.
Diese Strecke zwingt die Teams zu Kompromissen. Auf den langen Geraden benötigt das Auto minimalen Luftwiderstand und hohe Höchstgeschwindigkeit. In den schnellen Kurven des mittleren Sektors benötigen die Fahrer jedoch ausreichend Abtrieb. Ein Fehler bei der Wahl der Einstellungen kann mehrere Zehntelsekunden kosten – und in einem dichten Qualifying reicht das aus, um sofort mehrere Positionen zu verlieren.
Spa verzeiht keine Fehler
Spa-Francorchamps gilt als eine der schwierigsten und von den Fahrern am meisten geliebten Strecken im Meisterschaftskalender. Die Streckenlänge beträgt 7,004 Kilometer, was sie zur längsten im aktuellen Formel-1-Kalender macht. Das Sonntagsrennen wird über eine Distanz von 44 Runden ausgetragen.
Die berühmte Eau Rouge – Raidillon-Kurvenkombination, die lange Kemmel-Gerade, die schnelle Pouhon-Kurve und die heimtückische Bus Stop-Schikane am Ende erfordern Präzision, Selbstvertrauen und Mut von den Piloten. Ein kleiner Fehler reicht oft aus, um die gesamte Qualifying-Runde zu ruinieren.
Besonders wichtig wird der letzte Sektor sein. Nach fast sieben Kilometern am Limit muss der Fahrer vor der Bus Stop-Schikane perfekt bremsen. Ein zu vorsichtiger Eingang führt zu Zeitverlust, ein zu spätes Bremsen kann eine großartige Runde zunichtemachen.
Das Wetter kann alles verändern
Spa ist auch für sein unvorhersehbares Klima bekannt. Aufgrund der großen Streckenlänge kann es an einem Abschnitt regnen, während ein anderer Teil völlig trocken bleibt. Unter solchen Bedingungen sind die Wahl der Reifen und der Zeitpunkt des Ausrückens auf die Strecke nicht weniger wichtig als die Geschwindigkeit des Autos.
Nach vorläufigen Erwartungen bleibt die Regenwahrscheinlichkeit während des belgischen Wochenendes hoch. Daher müssen die Teams auf plötzliche Wetteränderungen und ein mögliches Regen-Qualifying vorbereitet sein.
Der Kampf um die Pole verspricht angespannt zu werden
In Spa ist der Start von der ersten Position wichtig, garantiert aber nicht immer die Führung nach der ersten Runde. Die lange Kemmel-Gerade ermöglicht es den dahinter liegenden Autos, den Windschatten zu nutzen und den Führenden bereits auf dem Weg nach Les Combes anzugreifen. Daher ist es für einige Fahrer sogar vorteilhafter, das Rennen von der zweiten Position aus zu starten, wenn sie gut starten und einen Luftzug erhalten können.
Dennoch bleibt die Pole Position eine prestigeträchtige Belohnung des Samstags. Der Rekord für die meisten ersten Startplätze in Spa gehört Lewis Hamilton – er hat hier sechsmal das Qualifying gewonnen.
Die Hauptintrige des Samstags
Heute wird klar, wer sich am besten an die Anforderungen der belgischen Strecke angepasst hat. Das dritte Training wird die tatsächliche Geschwindigkeit der Autos zeigen, aber nur das Qualifying wird die endgültige Antwort geben.
Spa bietet selten ein vorhersehbares Szenario. Eine perfekte Runde, plötzlicher Regen, ein Fehler in der letzten Kurve oder der günstig gewählte Zeitpunkt des Ausrückens können die Startaufstellung komplett verändern.
Heute – der Kampf um die Pole. Morgen – 44 Runden auf einer der legendärsten Strecken der Welt.




