Im goldenen Herbst richteten in Suzhou, zwischen Kanälen und Gärten, zum Abschluss des 35. Chinesischen Köchefestivals Köche aus zwanzig Ländern auf ihren Tellern Gerichte an, in denen sich der zarte Duft von Lotus aus dem Taihu-See mit dem Rauch der intelligenten Öfen verflocht.
Suzhou hat der Küche stets einen besonderen Charakter verliehen: Das weiche Wasser der örtlichen Flüsse und Seen macht Reis und Gemüse zarter, und die historischen Handelswege über den Jangtse brachten Saucen und Gewürze hierher, die sich an diesem Ort in leichte, beinahe durchsichtige Aromen verwandelten.
Auf der Abschlussbühne sprach der stellvertretende Bürgermeister von Suzhou, Shen Zhidong, darüber, wie das Festival der Stadt nicht nur Rezepte hinterlassen habe, sondern auch ein Verständnis dafür, wie man die „Suzhouer“ Küche bewahren könne – jene Küche, die aus der Verbindung uralter Techniken mit dem modernen Leben entstanden ist.
Der Präsident der Chinesischen Kochvereinigung, Yang Liu, betonte, das Festival sei zu einer Plattform geworden, auf der traditionelle Fertigkeiten auf digitale Werkzeuge treffen: Der erste Kongress der Branche zu künstlicher Intelligenz im Gastronomiegewerbe und ein Wettbewerb für Kochroboter hätten gezeigt, wie Algorithmen die Bewegungen der Hände eines Meisters nachahmen können, während sie zugleich den Geschmack bewahren, den nur das örtliche Wasser und saisonale Produkte hervorbringen.
Der Vizepräsident der Asienabteilung der Weltvereinigung der Köche, Yao Guoqiang, dankte den Organisatoren für eine Plattform, auf der Köche aus den USA, Japan, Indien und Europa nicht nur miteinander wetteifern, sondern auch Techniken mit nach Hause nehmen konnten, die gerade in Suzhou entstanden sind.
Im Rahmen des Festivals fanden zehn professionelle Wettbewerbe statt, an denen fast zweitausend Menschen teilnahmen und bei denen mehr als dreitausend Gerichte zubereitet wurden; parallel lief das Programm „Ein Kreis – ein Bankett“, das Landwirte aus dreizehn Kreisen mit Restaurants verband, damit seltenes heimisches Gemüse und Fisch direkt auf die Tische gelangen.
Die internationale Beteiligung war die breiteste in der Geschichte des Festivals: Vertreter von Branchenorganisationen aus zwanzig Ländern erörterten, wie man das immaterielle Erbe der chinesischen Küche bewahren und sie zugleich der Welt durch neue Technologien öffnen könne.
Das Festival ging zu Ende, doch hinterließ es nicht bloß Auszeichnungen, sondern die Erkenntnis, dass der wahre Geschmack Suzhous nur dort entsteht, wo Wasser, Geschichte und die Hände des Meisters auf die Präzision moderner Algorithmen treffen.

