WWF-Bericht „Living Planet“ 2026: Rückgang um 73 % und echte Gründe zur Hoffnung

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Der neue WWF-Bericht „Living Planet“ für das Jahr 2026 zeichnet ein alarmierendes Bild: Innerhalb eines halben Jahrhunderts sind die beobachteten Populationen wildlebender Wirbeltiere im Durchschnitt um 73 % zurückgegangen. Hinter dieser Zahl stehen fast 36 Tausend Trends zu 5790 Arten – von Amphibien bis zu Reptilien. Doch hinter den düsteren Zahlen zeichnet sich auch eine andere Wirklichkeit ab: Die Natur kann sich erholen, wenn der Mensch aufhört, sie zu behindern, und beginnt, ihr zu helfen.

Der Living Planet Index erfasst nicht das allgemeine Verschwinden der Tiere, sondern die durchschnittliche Veränderung der Bestandsgröße der beobachteten Gruppen. Die schwersten Verluste trafen Lateinamerika, Afrika und den asiatisch-pazifischen Raum. In Europa und Nordamerika fiel der stärkste Schlag gegen die Biodiversität in einen früheren Zeitraum, weshalb der Rückgang nach dem Jahr 1970 weniger dramatisch erscheint. Die Hauptursachen sind Verlust und Degradierung von Lebensräumen, übermäßige Nutzung, Klimawandel, Verschmutzung und invasive Arten.

Die systemischen Wurzeln des Problems liegen tiefer: in der Art und Weise, wie Energieversorgung, Landwirtschaft und Finanzwesen organisiert sind. Im Jahr 2023 flossen 7,3 Billionen Dollar in naturfeindliche Branchen, während für Schutz und Wiederherstellung nur 220 Milliarden aufgebracht wurden. Solche Schieflagen nähren einen Teufelskreis, in dem Klimawandel und Verlust von Lebensräumen sich gegenseitig verstärken.

Dennoch führt der Bericht konkrete Beispiele an, in denen die Situation gewendet werden konnte. Die Zahl der Tiger stieg von 3200 Tieren im Jahr 2010 auf heute etwa 5700. Der atlantische Blauflossen-Thunfisch wurde aus der Kategorie der gefährdeten Arten herausgeführt. Die Grüne Meeresschildkröte wurde erstmals in die Kategorie „nicht gefährdet“ eingestuft. In Südafrika sind die Elefantenpopulationen dort stabil oder wachsen, wo lokale Gemeinschaften den gemeinsamen Raum selbst verwalten.

Diese Erfolge sind das Ergebnis jahrelanger zielgerichteter Arbeit: Jagdverbote, die Einrichtung von Schutzgebieten, internationale Abkommen und die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung. Sie zeigen, dass die Natur auf die richtigen Maßnahmen reagiert, auch wenn das Gesamtbild ungünstig bleibt.

Der Übergang zu erneuerbarer Energie zeigt bereits, wie systemische Veränderungen sich beschleunigen können. Die Solarstromerzeugung in der EU übertraf im Jahr 2025 erstmals die fossilen Brennstoffe. Solche Wendepunkte entstehen, wenn Technologie und Politik die Schwelle des Widerstands überwinden und beginnen, sich gegenseitig zu verstärken.

Um diese lokalen Erfolge auf globaler Ebene auszuweiten, müssen die Finanzströme und Produktionssysteme so umgestaltet werden, dass der Schutz der Natur rentabler wird als ihre Zerstörung. Der WWF-Bericht erinnert daran: Die Zeit für solche Veränderungen ist noch da, und jedes erfolgreiche Beispiel beweist, dass dies machbar ist.

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Quellen

  • Доклад WWF «Живая планета» 2026: сокращение дикой природы на 73% и поводы для надежды

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