Der Rückgang der Zugvogelbestände erfordert koordinierte Schutzbemühungen

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Im September 2026 versammelten sich in Nairobi Vertreter von mehr als hundert Organisationen, um einen besorgniserregenden Trend zu erörtern: Fast die Hälfte der Zugvogelarten nimmt in ihrem Bestand ab.

Laut dem Bericht „State of the World's Birds“ von BirdLife International zeigen 45 Prozent der wandernden Arten einen Rückgang, und jede neunte ist vom Aussterben bedroht.

Besonders stark betroffen sind Watvögel und Seevögel, deren Routen durch Dutzende Länder und Kontinente verlaufen.

Die Hauptbedrohungen – Verlust von Lebensräumen, Landwirtschaft, Jagd, Verschmutzung und Klimawandel – kennen keine Grenzen.

Ein Vogel kann in Skandinavien brüten und in Afrika überwintern, wobei er von mehreren entscheidenden Rastplätzen entlang des Weges abhängt.

Der leitende Wissenschaftler von BirdLife, Stuart Butchart, betonte: Die Bedrohungen erfordern Maßnahmen im Maßstab des gesamten Zugweges und nicht in einzelnen Ländern.

Ergebnis des Gipfels war die Nairobi-Erklärung zu den Zugwegen, die von mehr als hundert Organisationen unterzeichnet wurde.

Die Asiatische Entwicklungsbank verpflichtete sich, drei Milliarden Dollar für den Schutz von fünfzig vorrangigen Feuchtgebieten im ostasiatisch-australasischen Zugweg bereitzustellen.

Die Entwicklungsbanken Lateinamerikas und der Karibik planen, bis 2050 zwischen drei und fünf Milliarden Dollar für den Schutz von mehr als dreißig Landschaften einzuwerben.

Die Weltbank und BirdLife arbeiten an der Mobilisierung von Mitteln in Afrika, Europa und Asien.

Die Direktorin der Weltbank für Umweltfragen, Valerie Hickey, wies auf das wirtschaftliche Potenzial hin: Der internationale Vogeltourismus wird auf 70 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Generaldirektor von BirdLife, Martin Harper, äußerte die Hoffnung, dass gemeinsame Anstrengungen dazu beitragen werden, ein Netzwerk von Schutzgebieten entlang aller wichtigen Zugwege zu schaffen.

Die Beteiligung der Finanzinstitute zeigt einen Wandel: Der Schutz der Biodiversität wird Teil der zentralen Wirtschaftsplanung.

Der Schutz der Zugvögel ist nicht nur die Sorge um einzelne Arten, sondern auch die Bewahrung miteinander verbundener Ökosysteme, von denen Menschen und Natur abhängen.

Die Koordinierung von Maßnahmen auf der Ebene der Zugwege ermöglicht es, Aussterben zu verhindern und Populationen wiederherzustellen, wenn die Lösungen bereits bekannt sind.

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Quellen

  • Decline of migratory birds spurs calls for coordinated conservation

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