Singapur hat die erste Überarbeitung der Gehälter politischer Führungskräfte seit 2012 angekündigt. Premierminister Lawrence Wong stellte dem Parlament am 8 September einen Plan zur schrittweisen Erhöhung der Gehälter vor.
Der Benchmark für einen Minister der Einstiegsstufe (MR4) steigt von 1,1 Millionen Singapur-Dollar auf 1,8 Millionen – das entspricht etwa 1,4 Millionen US-Dollar. Das Gehalt des Premierministers wird von derzeit 2,2 Millionen auf 3,6 Millionen Singapur-Dollar angehoben.
Die Regierung hat die Empfehlungen eines unabhängigen Ausschusses aus acht Personen angenommen, der im Januar nach einer Verschiebung aufgrund geopolitischer Unsicherheit gebildet wurde. Die Änderungen treten am 15 Oktober in Kraft.
Es wird jedoch keinen vollständigen Übergang zu den neuen Benchmarks auf einmal geben. Stattdessen wird eine einmalige Erhöhung von bis zu 9 Prozent eingeführt. Für einen MR4-Minister ergibt das etwa 1,2 Millionen Singapur-Dollar pro Jahr, unter Berücksichtigung individueller Faktoren – Leistung und Datum der letzten Überprüfung.
Wong betonte, dass er die Erhöhung seines Gehalts – etwa 1,4 Millionen Singapur-Dollar jährlich – in den nächsten fünf Jahren persönlich für wohltätige Zwecke spenden werde. Er erwarte nicht, dass andere Beamte seinem Beispiel folgen.
Die Gehälter politischer Führungskräfte wurden zuletzt im Jahr 2011 angepasst. Seitdem sind die mittleren Einkommen der Singapurer um 80 Prozent gestiegen, und beim 20-Perzentil um 87 Prozent. Der Ausschuss stellte fest, dass die Gehälter politischer Führungskräfte ohne Aktualisierung immer weiter hinter den Marktsätzen zurückbleiben.
Die neue Struktur behält das Prinzip bei: Das Gehalt des Premierministers ist doppelt so hoch wie der Benchmark des MR4-Ministers. Die Frage ist, wie sich diese Änderungen langfristig auf die Gewinnung von Talenten für den öffentlichen Dienst auswirken.
Die Entscheidung spiegelt ein Gleichgewicht zwischen der Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Vergütungen und den Erwartungen der Gesellschaft wider. Die Regierung betont, dass die Erhöhung nicht automatisch erfolgt und an Ergebnisse gekoppelt bleibt.

