Xreal hat am 15 Oktober 2026 die AR-Brille 1 Pro+ vorgestellt, und das Wichtigste daran ist die Helligkeit. Die Spitzenhelligkeit des Displays stieg von 700 auf 1200 Nits. Das sind etwa 71% mehr als beim Vorgänger One Pro: ein spürbarer Zuwachs, aber keine Verdopplung.
In allem Übrigen gleicht die Brille der One Pro. Zwei 0,55-Zoll-Micro-OLED-Displays von Sony mit einer Auflösung von 1920 × 1080 pro Auge, ein Sichtfeld von 57 Grad und eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz sind unverändert geblieben. Im Inneren steckt nach wie vor der Chip X1 mit 3DoF-Tracking und einer Latenz von 3 ms. Die Verbindung erfolgt über USB-C mit Unterstützung für den DisplayPort Alt Mode, an Laptops, Smartphones und Gaming-Geräte. Einen Akku gibt es nicht, daher funktioniert die Brille nur in Verbindung mit einer Signalquelle. Auch eine Kamera in der Brille selbst gibt es nicht.
Was bringt das in der Praxis? Erstens hilft die Helligkeitsreserve dabei, dass Tageslicht den virtuellen Bildschirm weniger „auswäscht“: In einem beleuchteten Raum wirken virtuelle Fenster kräftiger. Zweitens sollte man bedenken, dass 1200 Nits ein Spitzenwert und keine dauerhafte Helligkeit sind und der reale Effekt von Inhalt und Einstellungen abhängt. Man sollte nicht erwarten, dass das Bild unter allen Bedingungen doppelt so hell wird.
Hinzu kommt die Bildverarbeitung. Die Funktion AI HDR soll Kontrast und Farben in unterstützten Inhalten verbessern. Drei voreingestellte Modi – Standard, Movie und Reading – passen das Bild an die Aufgabe an: Alltagsnutzung, Kino oder das Lesen von Dokumenten und langen Webseiten.
Am auffälligsten für 3D-Fans ist die Konvertierung von 2D in 3D. Die Funktion REAL 3D verleiht gewöhnlichen Fotos, Videos, Übertragungen und Spielen Tiefe, und sie arbeitet nun mit 60 Bildern pro Sekunde statt mit 30. Die Verdopplung der Bilder macht Bewegungen flüssiger, besonders in schnellen Szenen wie Rennen. Die Artefakte bei der Konvertierung sind allerdings nicht verschwunden: Einer der Rezensenten merkte an, dass sie bleiben, obwohl die Flüssigkeit deutlich zugenommen hat. Übrigens ist Xreal selbst zur Bezeichnung 60 fps statt der früheren 60 Hz übergegangen, um den Wert genauer zu beschreiben.
Die Nasenstütze wurde überarbeitet: Sie erhielt eine breitere Kontaktfläche und ein Luftkissen, was laut Unternehmen hilft, die Brille stabiler zu halten, und das Sichtfeld nicht verschiebt. Der Rezensent von 9to5Google, dem die One Pro nach ein paar Stunden auf die Nase zu drücken begann, nannte dies eine spürbare Verbesserung.
Der Preis ist gleich geblieben: 599 Dollar in den USA, also auf dem Niveau der One Pro nach deren Preissenkung Anfang dieses Jahres. Bestellen lässt sich die Brille bereits ab 15 Oktober auf der Website von Xreal. Die Lieferzeiten hängen von der Größe der Fassung ab, und der Einzelhandelsverkauf folgt später. Der Verkauf über Amazon ist laut Space4Games für Ende Oktober geplant, ein genaues Datum wurde jedoch nicht genannt. Für 6DoF-Tracking und Gestensteuerung ist eine separate Kamera Xreal Eye nötig: 99 Dollar einzeln oder 648 Dollar im Set mit der Brille. Berücksichtigen Sie diesen Aufpreis bei der Wahl.
Im Kern ist die 1 Pro+ eine Verfeinerung der One Pro und keine neue Generation: Sichtfeld, Auflösung und Chip sind gleich geblieben. Der Vergleich mit der Konkurrenz ist interessanter, als es scheint. Die RayNeo Air 4 Pro gibt ebenfalls eine Spitzenhelligkeit von 1200 Nits an, kostet aber 299 Dollar. Dafür hat sie ein Sichtfeld von 46–47 Grad und kein 3DoF-Tracking: Das Bild ist relativ zum Kopf fixiert. Xreal punktet mit dem breiten Sichtfeld und dem räumlichen Tracking, RayNeo mit dem Preis. Separat bereitet Xreal die Brille Aura auf Android XR vor, die 1279 Dollar kostet.
Besitzer einer One Pro sollten sich nicht beeilen. Die Konvertierung mit 60 fps kommt auch auf die One Pro, One und 1S – per Firmware-Update im November. Der Kauf der 1 Pro+ lohnt sich, wenn maximale Helligkeit entscheidend ist oder man die neue Nasenstütze braucht. Ansonsten ist das Upgrade für Besitzer einer One Pro laut einigen Beobachtern schwer zu rechtfertigen: Das grundlegende Nutzungserlebnis ändert sich nicht.

