Neue Wildkatzenart Leopardus tilcayo in Bolivien entdeckt — die erste seit mehr als einem Jahrhundert

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Wir haben bereits über die neue Katzenart geschrieben. Jetzt sind mehr Details bekannt, deshalb wollen wir uns die neue Art nach mehr als hundert Jahren noch einmal ansehen.

Wissenschaftler haben sie erst kürzlich offiziell als eigene Art beschrieben — Leopardus tilcayo. Dies ist die erste Entdeckung einer neuen lebenden Katzenart seit mehr als hundert Jahren, und sie geschah nicht im Rahmen gezielter Expeditionen, sondern fast zufällig.

Der Tilcayo ist recht klein: etwa 46 Zentimeter lang und ungefähr 1,4 Kilogramm schwer. Das heißt, er ist sogar kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze. Dabei hat sich seine Linie genetisch vor etwa 1,4 Millionen Jahren von den nächsten Verwandten abgespalten.

Die Forscher analysierten die Genome von 38 Katzen, darunter 26 Vertreter der Gattung Leopardus. Den in Current Biology veröffentlichten Daten zufolge spaltete sich der Tilcayo vor etwa 1,4 Millionen Jahren von seinen nächsten Verwandten ab. Das Tier ist kleiner als eine Hauskatze, aber mit Flecken bedeckt, die an Leoparden erinnern. Fünf Arten der Tigerkatzen Südamerikas werden nun als eigenständig anerkannt.

Größe und Aussehen

  • Körperlänge (Kopf + Rumpf): 42,5–50,5 cm
  • Schwanzlänge: 25–26,5 cm
  • Gewicht: etwa 1,3–1,4 kg (weniger als eine gewöhnliche Hauskatze)
  • Färbung: hellbrauner Grundton, große unregelmäßige dunkelbraune oder schwarze Rosetten (offen oder halboffen). Die Ohren sind kurz und rund („wie bei einem Teddybären“), die Schnauze klein, die Schnurrhaare lang.

Geschichte des konkreten Exemplars

Das Hauptexemplar (Holotyp) ist ein Männchen namens Tigrino. Er wurde als Kätzchen etwa im Jahr 2016–2017 von einem Anwohner gefunden, für ein Hauskätzchen gehalten und etwa ein Jahr lang zu Hause gehalten. Als das Tier begann, wilde Instinkte zu zeigen (darunter die Jagd auf Hühner), wurde es an die Auffangstation Senda Verde Wildlife Sanctuary in der Region Yungas übergeben. Heute ist die Katze etwa 10 Jahre alt und lebt noch immer dort. Gerade ihre DNA wurde entscheidend für die Beschreibung der Art.

Es sind nur sehr wenige Individuen bekannt: dieses Männchen in Gefangenschaft, möglicherweise ein weiteres lebendes Exemplar und einige Aufzeichnungen von Fotofallen.

  • Er trennte sich von den nächsten Verwandten (Leopardus tigrinus / pardinoides) vor etwa 1,4 Millionen Jahren (frühes Pleistozän).
  • Die Studie wurde am 17. September 2026 in der Zeitschrift Current Biology.
  • Wissenschaftler analysierten die Genome von 38 Katzen der Gattung Leopardus (darunter moderne und museale Exemplare aus verschiedenen Ländern Südamerikas).
  • Infolgedessen wurde der Komplex der „Tigerkatzen“ in fünf eigenständige Arten aufgeteilt (früher nahm man weniger an).
  • Zusätzlich wurde eine neue Unterart beschrieben aus den peruanischen Yungas — Leopardus tigrinus antisuyo.

Verbreitungsgebiet und Status

Bislang ist er nur in den Nebelwäldern der Yungas an den östlichen Hängen der Anden im Departamento La Paz bestätigt (Provinz Nor Yungas, in der Nähe des Ortes Arapata, auf einer Höhe von etwa 1570 m). Dies ist eine Übergangszone zwischen den Anden und Amazonien mit hoher Luftfeuchtigkeit und steilem Relief.

Bestandsgröße, genaues Verbreitungsgebiet, Verhalten, Nahrung und Fortpflanzungsmerkmale sind praktisch unbekannt. Die Autoren betonen, dass die Entdeckung den Schutz dieser Wälder vorantreiben sollte, denn das Ökosystem ist bereits bedroht.

Insgesamt weiß die Wissenschaft über den Tilcayo bislang sehr wenig — gerade deshalb wurde seine Beschreibung zu einem so bemerkenswerten Ereignis.

Die Entdeckung unterstreicht, wie wenig wir über die biologische Vielfalt selbst in relativ gut untersuchten Gruppen von Säugetieren wissen. Die Nebelwälder der Yungas sind ein einzigartiges Ökosystem, in dem verschiedene Klimazonen aufeinandertreffen und in dem Arten erhalten bleiben, die nirgendwo sonst vorkommen. Der Schutz dieser Wälder wird besonders wichtig, weil gerade dort Tiere leben, von deren Existenz die Wissenschaft erst jetzt erfährt.

Die Bestandsgröße der neuen Katze bleibt vorerst unbekannt. Die Autoren der Studie betonen, dass die Beschreibung der Art ein Anstoß zur Verstärkung der Naturschutzmaßnahmen für alle Tigerkatzen der Region werden sollte. Ohne genaue Daten zur Population ist das Ausmaß der Gefährdung schwer einzuschätzen, doch eines ist bereits klar: Der Erhalt der Lebensräume ist der entscheidende Faktor.

Wie die Geschichte des Tilcayo zeigt, hält die Natur auch im Zeitalter von Satelliten und genetischer Analyse weiterhin Überraschungen bereit. Jede neue Art erinnert daran, dass Ökosysteme keine statischen Listen sind, sondern lebendige, miteinander verbundene Gemeinschaften, in denen der Verlust eines Elements die gesamte Kette beeinflussen kann.

Die Entdeckung von Leopardus tilcayo lässt den Wert der Nebelwälder Boliviens und die Notwendigkeit eines behutsamen Umgangs mit ihnen in neuem Licht erscheinen.

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Quellen

  • See the first new species of cat discovered in more than a century—it’s adorable

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