In einer neuen Studie, die Tausende von Seen und Teichen im gesamten südlichen Teil des Verbreitungsgebiets umfasste, zeigt der Bestand der Seetaucher einen deutlichen Rückgang der Produktivität – im Durchschnitt um 40 Prozent über Jahrzehnte. Doch der Bundesstaat Maine hebt sich von diesem Bild ab: Hier bleibt die Zahl der Küken pro Paar seit mehr als 35 Jahren relativ stabil, und im Jahr 2026 zählten örtliche Beobachter allein im südlichen Teil des Bundesstaates etwa 2770 erwachsene Vögel und 276 Küken.
Forscher von Birds Canada analysierten langjährige Daten und stellten fest, dass der Rückgang in den kanadischen Prärien und den Atlantikprovinzen weitaus steiler ausfiel. In Maine hingegen gibt es laut dem Ökologen Matt Furst „wenig Hinweise auf einen Rückgang der Produktivität“, und über die letzten Jahrzehnte blieben die Werte auf gleichbleibendem Niveau. Dies steht im Kontrast zum allgemeinen Trend, bei dem Bebauung, Verschmutzung und Bleigewichte zum Angeln die Vögel weiterhin bedrohen.
Auch klimatische Faktoren spielen eine Rolle: saureres Regenwasser und Trübung durch Regenwasserabflüsse erschweren es den Seetauchern, Fische zu finden. Dennoch fühlen sich die erwachsenen Vögel in Maine recht wohl, und die Kükenproduktion bleibt stabil, obwohl einzelne neuere Beobachtungen darauf hindeuten, dass die Gesamtproduktivität derzeit unter dem für die langfristige Erhaltung des Bestands erforderlichen Niveau liegt.
Die Organisation Maine Audubon, die im Bundesstaat das Monitoring durchführt, bestätigt: Die erwachsenen Seetaucher sind in gutem Zustand, und die Zahl der Küken hat über Jahrzehnte keine starken Schwankungen gezeigt. Dies ist das Ergebnis langjähriger Schutzbemühungen – von der Einschränkung von Bleigeräten über Aufklärungsprogramme bis hin zur Kontrolle der Bebauung in Küstengebieten.
Diese lokale Stabilität erinnert daran, wie einzelne Abschnitte eines Ökosystems als Puffer gegen größere Bedrohungen dienen können. Die Seetaucher, deren Ruf zum Symbol der nördlichen Seen geworden ist, behaupten hier vorerst ihre Position und geben Hoffnung, dass gezielte Maßnahmen negative Prozesse verlangsamen können.
Zugleich betonen Experten: Ohne fortgesetztes Monitoring und Anpassung an sich verändernde Bedingungen kann sich die Situation selbst in Maine ändern. Stabilität ist kein Endpunkt, sondern ein Signal dafür, dass der Schutz wirkt, wenn er konsequent und datenbasiert ist.
