Wenn Gold und Silber drastisch fallen, folgt ihnen der Bitcoin fast synchron. Diese Verbindung, die einst überraschend wirkte, erscheint nun als Gesetzmäßigkeit: Alle drei Vermögenswerte landen im selben Korb der „Absicherung gegen Währungsabwertung“.
In den vergangenen zwei Jahren haben Anleger verstärkt in knappe Sachwerte investiert, da sie davon ausgingen, dass die enormen Staatsausgaben und die wachsende US-Verschuldung den Wert des Dollars allmählich untergraben. Gold und Silber sind die ältesten Instrumente für eine solche Wette, während der Bitcoin mit seinem harten Limit von 21 Millionen Münzen das digitale Pendant darstellt. Solange der Dollar als anfällig galt, floss das Kapital gleichzeitig in alle drei Richtungen.
Die Situation änderte sich mit dem Amtsantritt des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Die Märkte preisen nun zwei Zinserhöhungen bis März 2027 ein, und der Dollar hat an Stärke gewonnen. Höhere Realrenditen bei Staatsanleihen machen unverzinste Vermögenswerte weniger attraktiv. Die Aufwertung des Dollars verteuert zudem diese Sachwerte für Käufer aus anderen Währungsräumen.
Gold hat bereits etwa 28 % gegenüber seinem Höchststand vom Januar 2025 bei rund 5.600 Dollar eingebüßt, während Silber mehr als die Hälfte seines Spitzenwertes von etwa 120 Dollar verloren hat. Der Bitcoin fiel auf fast 58.000 Dollar zurück und verlor damit rund die Hälfte seines Oktober-Hochs. Die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold verharrt auf einem Niveau von 0,55 bis 0,70 – ein historisch hoher Wert.
Bemerkenswert ist, dass der Bitcoin im Aufschwung hinter den Metallen zurückblieb, ihnen im Abschwung jedoch fast spiegelbildlich folgt. Dies unterstreicht seine Doppelnatur: Einerseits ist er ein spekulatives Asset, das empfindlich auf Liquidität und Marktstimmung reagiert, andererseits ein Anwärter auf die Rolle als „digitales Gold“. Wenn das makroökonomische Umfeld die Idee der Währungsentwertung verwirft, leiden alle drei Instrumente gemeinsam.
Zusätzlichen Druck erzeugt der Kapitalabfluss in Aktien von Unternehmen, die mit Künstlicher Intelligenz in Verbindung stehen. Liquidität zieht gleichzeitig aus den „sicheren Häfen“ und den Hochrisiko-Assets ab. Ein dünner Markt und große spekulative Positionen verstärken diese Bewegung zusätzlich.
Seit Februar konnte der Bitcoin dennoch relative Stärke beweisen: Er legte gegenüber Gold um etwa 30 % und gegenüber Silber um mehr als 55 % zu. Dies ist eine Erinnerung daran, dass sich verschiedene Vermögenswerte selbst innerhalb derselben Handelsidee je nach Zyklusphase unterschiedlich verhalten können.



