Washington und Peking bereiten sich auf das Treffen der Staatschefs vor. Am Vorabend des Besuchs von Xi Jinping in der US-Hauptstadt übergab die amerikanische Seite China 64 Kulturgüter und paläontologische Fossilien.
Die Zeremonien fanden am 16 und 17 September in der Botschaft der Volksrepublik China in Washington und in New York statt. 58 Objekte gab die Einheit Homeland Security Investigations zurück, weitere sechs — die Staatsanwaltschaft von Manhattan.
Unter den zurückgegebenen Wertsachen befinden sich der Torso einer Bodhisattva-Statue aus den Tianlongshan-Grotten in der Provinz Shanxi, weitere Statuen, Terrakottafiguren sowie Dinosaurierskelette, Fischfossilien und Dinosauriereier. Viele von ihnen waren von amerikanischen Strafverfolgungsbehörden bei Schmugglern beschlagnahmt worden.
Chinesische Amtsträger nannten die Übergabe einen weiteren Schritt zur Umsetzung der Vereinbarungen, die Xi Jinping und Donald Trump während des Treffens im Mai in Peking erzielt hatten. Ihrer Ansicht nach zeigt dies die Möglichkeiten einer konstruktiven Zusammenarbeit beider Länder.
Die Zusammenarbeit stützt sich auf ein zwischenstaatliches Memorandum aus dem Jahr 2009, das mehrfach verlängert wurde. In den Jahren der Geltung des Dokuments sind bereits mehr als 700 Objekte in mehr als 20 Sendungen nach China zurückgekehrt.
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, betonte: Die Rückführung zeige „breite Perspektiven für den Aufbau konstruktiver chinesisch-amerikanischer Beziehungen strategischer Stabilität“. Er rief beide Seiten auf, im Geiste der Gleichheit, des gegenseitigen Respekts und des beiderseitigen Nutzens in dieselbe Richtung zu gehen.
Der chinesische Botschafter in den USA, Xie Feng, und der stellvertretende Minister für Kultur und Tourismus, Rao Quan, wiesen ebenfalls darauf hin, dass die Rückgabe der Artefakte ein sichtbares Ergebnis der Umsetzung des Konsenses der Staatschefs sei und den humanitären Austausch zwischen den Völkern fördere.
Welchen Impuls wird diese Geste den bevorstehenden Verhandlungen auf höchster Ebene verleihen? Eines ist derzeit klar: In einer schwierigen Phase der bilateralen Beziehungen unterstreichen solche Schritte, dass selbst im Bereich des kulturellen Erbes eine konkrete, für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit möglich ist.

