Inertia sammelt 450 Millionen US-Dollar für die Kommerzialisierung der laserbasierten Trägheitsfusion ein

Bearbeitet von: Aleksandr Lytviak

Das US-Unternehmen Inertia hat 450 Millionen US-Dollar eingeworben, um die Kommerzialisierung der laserbasierten Trägheitsfusion voranzutreiben. Das Kapital soll in den Bau einer Demonstrationsanlage fließen, die in der Lage ist, saubere Energie aus Fusionsreaktionen zu gewinnen.

Mit dieser Finanzierung tritt das Projekt in die Phase des Übergangs von der Laborforschung hin zu einem kommerziellen Prototypensystem ein. Bisher beschränkten sich vergleichbare Bemühungen im Bereich der Trägheitsfusion auf Forschungseinrichtungen wie die NIF, an der 2022 erstmals ein Q-Faktor von über eins erreicht wurde. Inertia verfolgt nun das Ziel, eine stabile Energieausbeute unter Bedingungen zu realisieren, die für den Betrieb eines Kraftwerks geeignet sind.

Zwischen den bisherigen Erfolgen und einem echten Kraftwerk klafft jedoch noch eine erhebliche Lücke. So müssen die Laserpulse eine Wiederholrate im Hertz-Bereich erreichen, Materialien für hohe Neutronenbelastungen entwickelt und die Systemkosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt werden. Ohne diese Fortschritte bleibt die Finanzierung eine Investition in ein sehr frühes Entwicklungsstadium.

Die Methode basiert darauf, ein Target aus Brennstoff mittels leistungsstarker Laserpulse zu komprimieren und so eine thermonukleare Reaktion auszulösen. Man kann diesen Prozess mit der Arbeitsweise eines Verbrennungsmotors vergleichen: Jeder Laserschuss entspricht einem Zündvorgang, wobei die Ingenieure nun vor der Aufgabe stehen, diese einzelnen Impulse in einen kontinuierlichen Betrieb zu überführen.

Zwar könnten die eingeworbenen Mittel die Entwicklung des ersten Prototyps um einige Jahre beschleunigen, doch die fundamentalen technologischen Hürden bleiben bestehen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass bis zur Netzeinspeisung noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen wird, sofern die Probleme bei der Wiederholrate und der Materialbeständigkeit gelöst werden.

Der tatsächliche Fortschritt von Inertia sollte daher eher an der Pulsfrequenz und den Kosten pro Schuss gemessen werden als an der bloßen Höhe des eingeworbenen Kapitals.

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Quellen

  • Fusion Fortnightly 2026-02-17

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