Messis Abschiedstanz: Warum das Spiel gegen Benin zum Symbol des Endes einer Ära wird

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Argentinien hat Lionel Messi offiziell zu einem Abschiedsspiel gegen Benin am 6 Oktober in Buenos Aires eingeladen. Das ist nicht nur ein Freundschaftsspiel — es ist der letzte Punkt einer Karriere, die zwei Jahrzehnte dauerte und mit einer Niederlage im Finale der WM 2026 endete.

Nach dem Rücktritt im August, ausgelöst durch die Niederlage gegen Spanien und eine persönliche Tragödie — den Tod seines Vaters —, erhielt der 39-jährige Stürmer von Inter Miami die Chance, sich zu Hause zu verabschieden. Der argentinische Fußballverband (AFA) und Trainer Lionel Scaloni beschlossen, eine Zeremonie im „Monumental“ auszurichten, wo Messi seine besten Momente erlebte. Eingeladen sind alle Weltmeister von 2022 samt Familien.

Hinter der äußeren Feierlichkeit verbirgt sich eine tiefere Schicht. Messi geht nicht auf dem Höhepunkt, sondern nach einer Niederlage, die den Mythos der Unbesiegbarkeit infrage stellte. Seine Statistik — 125 Tore in 207 Spielen — wird ein Rekord bleiben, doch das Finale gegen Spanien zeigte: Selbst ein Genie hat nicht immer genug Kraft gegen eine organisierte Abwehr und eine junge Generation.

Psychologisch ist dieses Spiel eine Chance, ein Kapitel ohne Bitterkeit abzuschließen. Für Argentinien ist es eine Investition in die nationale Identität: Die Legende erhält einen würdigen Abschied, und die Fans bekommen die Möglichkeit, „10“ noch einmal in den eigenen Mauern zu sehen. Wirtschaftlich gewinnt die AFA: Die Tickets für das 85-tausend Zuschauer fassende Stadion werden sofort vergriffen sein, und die Übertragungen werden Millionen auf der ganzen Welt anziehen.

Vergleichen Sie das mit einem gewöhnlichen Abschied eines Fußballers: Hier geht es nicht nur um das Betreten des Spielfelds, sondern um ein Ritual der Staffelübergabe. Wie ein alter Kapitän mitten auf dem Ozean das Steuer an eine neue Crew übergibt — ohne Dramen, aber mit dem klaren Verständnis, dass die nächste Fahrt bereits ohne ihn stattfindet.

Messi, De Paul und Lo Celso werden nur beim Spiel gegen Benin auflaufen, die übrigen Partien — gegen Bolivien und Burkina Faso — finden ohne sie statt. Das unterstreicht: Der Abschied ist präzise und ohne unnötige Risiken geplant.

Letztlich verwandelt sich das Spiel gegen einen bescheidenen afrikanischen Gegner in einen Spiegel, in dem Argentinien nicht nur die Größe Messis sieht, sondern auch seine eigene Zukunft ohne ihn.

2 Ansichten

Quellen

  • Messi called up to Argentina squad one last time

Kommentare

Lesen Sie mehr Artikel zu diesem Thema:

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.