Kate Douglass bricht zweimal am Tag den 50-m-Freistil-Weltrekord: Was hinter dem Phänomen der Amerikanerin steckt

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

In Irvine stellte die Amerikanerin Kate Douglass am Morgen einen neuen Weltrekord über 50 Meter Freistil auf – 23,49 Sekunden – und verbesserte ihn am Abend auf 23,19 Sekunden. Innerhalb eines Tages verschob sie die Bestmarke, die nur wenige Wochen zuvor ihre Landsfrau Gretchen Walsh innegehalten hatte, gleich zweimal.

Douglass und Walsh trainieren gemeinsam in Virginia. Bereits im Sommer hatten sie sich den Rekord gegenseitig abgenommen: Im Juni erreichte Douglass 23,59 Sekunden, neun Tage später Walsh 23,55 Sekunden. Nun liegt der Vorteil wieder bei Douglass, und der Vorsprung ist auf 0,55 Sekunden angewachsen.

Die Athletin selbst gestand nach dem morgendlichen Rennen, dass sie ein solches Ergebnis nicht erwartet hatte. Am Abend war sie noch überraschter: Der Zieleinlauf war nicht perfekt, doch die Zeit verbesserte sich um drei Zehntel. Dies deutet darauf hin, wie groß ihr Potenzial in Bezug auf Technik und Abstoßkraft noch ist.

Douglass gilt als eine der vielseitigsten Schwimmerinnen der Welt. Sie gewann olympisches Gold über 200 Meter Brust, ist aber auch in der Lage, im Sprint Top-Zeiten zu erzielen. Am selben Tag holte sie Silber über 200 Meter Brust und Gold in der 4x100-Meter-Lagenstaffel.

Die Situation gleicht einer Schachpartie, bei der jeder Zug einen Gegenzug provoziert – nur dass hier anstelle von Figuren Zehntelsekunden und die Technik des Abstoßens von der Wand stehen. Wenn die beiden stärksten Schwimmerinnen der Welt Seite an Seite trainieren, verwandelt ihr gegenseitiger Druck ein gewöhnliches Training in eine ständige Suche nach den eigenen Grenzen.

Zuvor bei demselben Turnier hatte Douglass dem US-Team geholfen, einen Weltrekord in der gemischten Lagenstaffel aufzustellen. Einen Tag vor dem 50-Meter-Rekord fehlte ihr nur eine Hundertstelsekunde zu ihrem individuellen Rekord über 100 Meter Freistil. Diese Details zeigen, wie nah sie an ihrer Topform war.

Gretchen Walsh lächelte nach ihrer Niederlage im Finale und bemerkte, dass sie froh sei, wieder in der Rolle der Jägerin zu sein: „Der Kampf um den Rekord ist emotional anstrengend.“ Ihre ältere Schwester Alex bezeichnete das Geschehen als „Wahnsinn“ und betonte, dass die Rivalität innerhalb des Teams zwar bestehen bleibe, aber gleichzeitig eine inspirierende Atmosphäre schaffe.

Die Pan-Pazifik-Meisterschaften finden parallel zu den Europameisterschaften statt, wo ebenfalls Rekorde fallen. Dies deutet auf einen allgemeinen Leistungsanstieg im Schwimmsport nach den Olympischen Spielen 2024 hin. Douglass hat mit 24 Jahren bereits fünf olympische Medaillen und erweitert ihren Distanzbereich stetig.

Der doppelte Rekord an einem Tag sind nicht nur bloße Zahlen im Protokoll. Er zeigt, wie eng körperliche Fähigkeiten, psychische Belastbarkeit und der tägliche Wettbewerb, selbst innerhalb eines Teams, im modernen Schwimmsport miteinander verknüpft sind.

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Quellen

  • Kate Douglass breaks women’s 50-meter freestyle world record twice in one day at Pan Pacs

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