Seltene Äxte aus Hirschgeweih aus der Bronzezeit nahe Löddeköpinge gefunden

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Im schwedischen Schonen, unweit von Löddeköpinge, haben Archäologen aus alten Gruben zwei Äxte geborgen, die aus Hirschgeweih gefertigt wurden. Der Fund datiert in die Bronzezeit – etwa 1700–500 Jahre vor unserer Zeitrechnung – und erregte sogleich die Aufmerksamkeit der Fachleute: Derartige Gegenstände sind in Schweden äußerst selten.

Eine der Äxte ist stark von der Zeit zerstört, die zweite ist besser erhalten. Sie besitzt ein Loch zur Aufnahme des Schafts und eine sorgfältig bearbeitete, geschliffene Schneide. Solche Details zeugen von einer absichtlichen Herstellung und nicht von einer zufälligen Form.

Die Geschichte der Hirschgeweihäxte in Skandinavien reicht bis ins Mesolithikum zurück. Damals nutzten Jäger und Sammler das Geweih von Hirschen in großem Umfang, um robuste Werkzeuge herzustellen, die sich für die Bearbeitung von Holz eigneten. Im Neolithikum, mit dem Aufkommen des Ackerbaus, verschwanden solche Geräte fast vollständig aus den archäologischen Schichten.

In der Bronzezeit kehrte die Technologie zurück, allerdings in veränderter Form. Offenbar passten die Handwerker die alten Verfahren an neue Bedürfnisse an. Experimente im dänischen Zentrum für experimentelle Archäologie Lejre zeigten, dass rekonstruierte Äxte erfolgreich Bäume fällen, trockenes Holz behauen und Brennholz spalten.

Zugleich sind viele dänische Funde – insgesamt sind etwa 155 bekannt – mit Ornamenten verziert: Punktkreisen, Radkreuzen und Spiralen. Diese Motive stehen in Einklang mit der Bronzezeit Skandinaviens und legen die Vermutung nahe, dass einige Exemplare möglicherweise eine rituelle Bedeutung hatten.

Viele Äxte wurden in Mooren und sumpfigen Gebieten entdeckt – traditionellen Zonen absichtlicher Opfergaben im vorgeschichtlichen Skandinavien. Das regt zum Nachdenken an: Dienten sie nur der Wirtschaft oder hatte ein Teil von ihnen einen anderen Zweck?

Praktische Wirksamkeit und mögliche Symbolik schließen einander nicht aus. Das Geweih des Hirsches ist ein robustes Material, das jedoch Geschick und Geduld bei der Bearbeitung erfordert. Seine Wahl zeugt von einer tiefen Kenntnis der umgebenden Welt und von Achtung vor ihr.

Der Fund nahe Löddeköpinge ergänzt die bescheidene schwedische Liste solcher Artefakte und unterstreicht die Verbindungen zwischen Südschweden und Dänemark in der Bronzezeit. Die Siedlung, in der die Äxte gefunden wurden, liefert einen neuen Kontext für das Verständnis des Alltagslebens und möglicherweise der Rituale jener Epoche.

Die Archäologen betonen, dass der genaue Zweck gerade dieser beiden Gegenstände bislang nicht geklärt ist. Ihre Anwesenheit in einem Wohnkontext fügt dem Bild der Nutzung von Geweihgeräten im südlichen Skandinavien der Bronzezeit einen wichtigen Zug hinzu.

Solche Entdeckungen erinnern daran, wie eng in der menschlichen Geschichte das Nützliche und das Sakrale miteinander verwoben sind und wie es die alten Handwerker verstanden, aus der Natur nicht nur Nutzen, sondern auch Sinn zu gewinnen.

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Quellen

  • Archaeologists find rare Bronze Age antler axes in prehistoric settlement

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