In Taipeh fand die vierzehnte Konferenz „Asia for Animals“ statt, auf der Experten aus verschiedenen Ländern zusammenkamen, um über die Zukunft von Walen und Delfinen zu sprechen. Der Schwerpunkt lag darauf, wie diese Tiere die Welt wahrnehmen und warum die Haltung in Gefangenschaft ihr komplexes Leben zerstört.
Dave Neale von Animals Asia berichtete, dass Delfine ihre Artgenossen selbst nach zwanzig Jahren noch an ihren einzigartigen Pfiffen wiedererkennen. Belugas organisieren regelrechte „Kindergärten“, in denen mehrere erwachsene Weibchen abwechselnd die Kälber füttern und bewachen. Orcas geben Jagdtechniken an junge Generationen weiter, die man als kulturelles Erbe bezeichnen kann.
In freier Wildbahn legen diese Tiere täglich Dutzende Kilometer zurück, tauchen hunderte Meter tief und leben in stabilen Familiengruppen. In den Becken von Aquarien schrumpft der Raum um das Zehntausendfache, soziale Bindungen reißen ab und natürliches Verhalten wird durch das Warten auf Futter vom Menschen ersetzt.
Daten zeigen, dass Belugas in Gefangenschaft fast halb so lange leben wie in Freiheit. Dauerhafter Stress führt zu Zahnschäden, Geschwüren und einer Schwächung des Immunsystems. Studien dokumentieren Fälle von Aggression innerhalb der Gruppen, die durch die Enge und Instabilität verursacht werden.
Nach der Veröffentlichung des Films „Blackfish“ begann eine weltweite Bewegung gegen Shows mit Meeressäugern. Mehrere Länder haben Beschränkungen eingeführt, und Zoos verlieren Besucher. Gleichzeitig entstehen Projekte für mechanische Nachbildungen, doch diese ändern nichts an der Hauptsache: der Einstellung des Menschen, Lebewesen als Unterhaltungsobjekte zu betrachten.
Die Konferenzteilnehmer betonten, dass wissenschaftliche Fakten über den Verstand und die Emotionen von Walartigen die Grundlage für Entscheidungen bilden müssen. Sie im Ozean zu belassen bedeutet, ihr Recht auf ein erfülltes Leben anzuerkennen, anstatt lediglich Käfige zu verbieten.
Das Verständnis dafür, wie Wale und Delfine die Welt wahrnehmen, hilft zu erkennen, dass ihr Platz im offenen Meer ist, wo sie sie selbst bleiben können.

