Die zehnjährige Odyssee des Kornweihen-Weibchens Sorrell: Überleben trotz Bedrohungen

Autor: Svitlana Velhush

Vor über zehn Jahren wurde auf den Langholm-Mooren im Süden Schottlands ein Kornweihen-Weibchen namens Sorrell beringt und mit einem Satellitensender ausgestattet. Seitdem hat sie nicht nur überlebt – sie brütet weiterhin, legt riesige Strecken zurück und liefert Wissenschaftlern wertvolle Daten.

Die meisten ihrer Artgenossen sind in dieser Zeit entweder gestorben oder verschwunden, wie Daten von Natural England zeigen. Sorrell hingegen hat erfolgreich mindestens vierzehn Küken aufgezogen und in mehreren aufeinanderfolgenden Saisons wieder gebrütet. Ihr Weg führte sie über Moore, Wälder, Küsten, Inseln und sie überquerte sogar die Irische See.

Kornweihen (Circus cyaneus) stehen aufgrund ihres starken Bestandsrückgangs auf der Roten Liste Großbritanniens. Hauptursachen sind menschliche Verfolgung, Lebensraumverlust, Nahrungsmangel und widrige Wetterbedingungen. Jedes überlebende Männchen oder brutfähige Weibchen ist für die bedrohte Art von besonderer Bedeutung.

Sorrell zeigt, wie wichtig ein Netzwerk von miteinander verbundenen sicheren Gebieten ist. Sie ist nicht ortsgebunden: Sie nutzt verschiedene Gebiete zum Nisten, zur Überwinterung und für Zwischenstopps. Die langfristige Satellitenbeobachtung hat saisonale Muster aufgedeckt, die sonst verborgen geblieben wären.

Ihre Wanderungen werden von Ornithologen, Freiwilligen, Landbesitzern und lokalen Gemeinschaften in ganz Großbritannien und Irland verfolgt. Diese Zusammenarbeit hilft zu verstehen, wo die Vögel am verwundbarsten sind, und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Sorrells Geschichte hat bereits viele dazu inspiriert, sich an Projekten zur Erhaltung von Greifvögeln zu beteiligen.

Ihr letzter Nachwuchs wurde kürzlich beringt, und der Sender funktioniert weiterhin. Dank solcher Langlebigen erhalten Wissenschaftler Einblicke, wie Kornweihen die Landschaft zu verschiedenen Jahreszeiten und über die Jahre hinweg nutzen.

Die Langzeitbeobachtung einzelner Individuen ermöglicht eine bessere Planung von Schutzmaßnahmen für ganze Populationen.

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