Asiatische Regulierungsbehörden verschärfen die Kontrolle: Hyperliquid-Warnung und Lizenzpflicht für Finfluencer

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

In Singapur und Indonesien haben die Regulierungsbehörden zeitgleich den Druck auf den Kryptomarkt und dessen Fürsprecher erhöht. Am 26. Juni 2026 setzte die Monetary Authority of Singapore (MAS) die dezentrale Plattform Hyperliquid auf ihre Warnliste für Investoren. Bereits vier Tage zuvor hatte Indonesien eine Lizenzpflicht für Finanz-Influencer eingeführt. Diese beiden kurz aufeinanderfolgenden Ereignisse verdeutlichen ein klares Bild: Asien ist nicht gewillt, Kryptowährungen und deren Propagandisten weiterhin in einer Grauzone gewähren zu lassen.

Hyperliquid versteht sich selbst als erlaubnisfreie (permissionless) Infrastruktur – ein offenes Protokoll ohne zentralen Betreiber. Die MAS wies jedoch darauf hin, dass die Plattform über keine Lizenz verfügt und Anleger fälschlicherweise annehmen könnten, sie sei reguliert. Hyperliquid entgegnete, man habe nie eine Lizenz beansprucht und agiere nicht als Vermittler. Formal handelt es sich dabei nicht um ein Verbot, sondern um eine Warnung. In der Praxis trifft dies jedoch die Benutzeroberflächen und das Marketing, was Plattformen dazu zwingt, sich entweder aus der Region zurückzuziehen oder ihre Kommunikation anzupassen.

In Indonesien veröffentlichte die Aufsichtsbehörde OJK die Verordnung POJK Nr. 6/2026. Ab sofort muss jeder, der Finanzprodukte einschließlich Krypto-Assets empfiehlt, eine Zertifizierung oder Lizenz vorweisen, bezahlte Beiträge offenlegen und darf Assets nicht außerhalb lizenzierter Kanäle bewerben. Auch Unternehmen, die Influencer beauftragen, werden in die Pflicht genommen. Ein Markt, in dem „Finfluencer“ bisher an Hype und Affiliate-Links verdienten, erhält nun klare Regeln und Bußgelder für Manipulationen.

Hinter diesen Schritten steckt eine einfache Logik: Privatanleger in Asien drängen massiv in den Kryptomarkt, während die Regulierungsbehörden Risiken durch Verluste und Betrug wittern. Singapur schützt damit seinen Ruf als Finanzzentrum, während Indonesien als größte Volkswirtschaft der Region versucht, die Volatilität zu drosseln und die Ersparnisse seiner Bürger zu bewahren. Hier decken sich die Interessen von Staat und Banken: die Kontrolle über Kapitalströme zu behalten und die sozialen Folgekosten gescheiterter Investitionen zu minimieren.

Für den Einzelnen bedeutet dies, dass der Zugang zu dezentralen Instrumenten schwieriger wird und Ratschläge in sozialen Medien schwerer wiegen als bloßes Vertrauen. Konnte man früher einfach eine App öffnen und handeln, muss man heute prüfen, ob diese auf einer Warnliste steht. Empfahl ein Influencer früher einen Coin, lohnt es sich heute zu fragen, ob er eine Lizenz besitzt und wer für die Empfehlung bezahlt.

Solche Maßnahmen werden Krypto nicht aufhalten, aber zur Anpassung zwingen. Plattformen werden dazu übergehen, Infrastruktur und Benutzeroberfläche voneinander zu trennen, während Influencer entweder Zertifikate erwerben oder ihr Publikum verlieren. Letztendlich gewinnt derjenige, der regulatorische Signale frühzeitig erkennt und die Freiheit eines Protokolls nicht mit dem Fehlen von Verantwortung verwechselt.

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Quellen

  • Regulatory shifts in Asia

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