Indien strebt Verbot von Kryptowährungen an, Russland setzt auf Kontrolle: Wem gehört das Geld von morgen?

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

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Die indische Zentralbank hat erneut bekräftigt, dass Kryptowährungen besser aus dem Finanzsystem herausgehalten werden sollten. Dokumente, die Reuters vorliegen, zeigen, dass die Regulierungsbehörde auf einer Politik beharrt, die „eindeutig in Richtung Verbot“ tendiert. Banken und Finanzinstitute sollen keinerlei Geschäfte mit digitalen Vermögenswerten oder privaten Stablecoins tätigen dürfen. Gleichzeitig hat Russland die endgültige Fassung des Gesetzes über digitale Währungen und Rechte verabschiedet, wodurch digitale Assets nun unter strenger Aufsicht der Zentralbank für den internationalen Zahlungsverkehr genutzt werden können.

Hinter diesen Entscheidungen steckt mehr als nur die Angst vor Volatilität. Indien mit seinen 39 Millionen Krypto-Besitzern fürchtet Steuereinbußen und den Verlust der Kontrolle über den Kapitalverkehr. Russland hingegen sieht in Kryptowährungen ein Instrument zur Umgehung von Sanktionen und eine Möglichkeit, den Zugang zum Welthandel aufrechtzuerhalten. Zwei Staaten folgen zwei unterschiedlichen Logiken: Die eine schließt die Tür, die andere sperrt sie sicher ab.

In beiden Fällen geht es um den uralten Kampf um die Deutungshoheit darüber, was als Geld gilt. Wenn der Staat eine Alternative verbietet oder streng reguliert, schützt er sein Monopol auf die Emission und den Geldfluss. Für den Durchschnittsbürger bedeutet dies, dass Ersparnisse in Bitcoin oder Stablecoins plötzlich in eine Grauzone geraten oder Limits unterliegen können – wie in Russland, wo Privatanleger künftig nicht mehr als 300.000 Rubel pro Jahr investieren dürfen.

Stellen Sie sich einen Fluss vor, der an Ihrem Haus vorbeifließt. Wenn die Behörden beschließen, einen Arm abzusperren und einen anderen zu vertiefen, wird sich das Wasser dennoch seinen Weg suchen. Doch die Bewohner am Ufer müssen sich anpassen: Die einen verlieren den Zugang zu gewohnten Strömen, während andere neue Möglichkeiten erhalten. Ähnlich verhält es sich mit Krypto: Das Verbot in Indien treibt die Akteure auf Offshore-Plattformen, während das russische Gesetz einen legalen Kanal für den Außenhandel schafft, jedoch innerhalb engster Grenzen.

Die Geschichte hat gezeigt: Sobald Geldflüsse zu stark kontrolliert werden, suchen die Menschen nach Umwegen. Heute sind diese Umwege digitale Vermögenswerte. Morgen wird es etwas anderes sein. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Krypto verschwindet, sondern wie teuer uns alle der Versuch des Staates zu stehen kommt, sein Monopol über unsere Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel zu verteidigen.

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Quellen

  • Crypto News Digest

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