In Brasilien überholten Stablecoins Bitcoin: Nachfrage nach Stabilität überstieg Risikoappetit

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

In Brasilien, wo Inflation und Schwankungen des Real längst zum Alltag gehören, stimmen die Menschen mit ihren Geldbörsen nicht für den volatilen Bitcoin, sondern für Dollar-gebundene Stablecoins. Nach Angaben der Zentralbank des Landes erreichte die Nachfrage nach Krypto-Assets im ersten Halbjahr 2026 14,68 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 135 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei entfielen über 90 % des Volumens auf stabile Münzen.

Die Zahlen der Zentralbank umfassen nur Transaktionen über registrierte Anbieter von virtuellen Vermögenswerten, aber auch sie zeigen ein klares Bild. Im Mai 2026 kauften Brasilianer Stablecoins im Wert von fast 2,63 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 158 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Vermögenswerte werden nicht für Spekulationen genutzt, sondern für Zahlungen und grenzüberschreitende Überweisungen, bei denen der Dollar als zuverlässiger Ersatz für die lokale Währung dient.

Hinter dem Anstieg steckt eine einfache Logik: Wenn die nationale Währung an Kaufkraft verliert, suchen die Menschen nach einem Anker. Stablecoins bieten Zugang zum Dollar ohne Bankgebühren und Beschränkungen, die bei traditionellen Überweisungen häufig auftreten. Bitcoin bleibt ein Instrument für diejenigen, die bereit sind, Risiken für potenzielle Gewinne einzugehen, während die Mehrheit die Vorhersehbarkeit bevorzugt.

Die Regulierungsbehörden reagieren vorsichtig. Ab 2027 werden Anbieter von virtuellen Vermögenswerten den Brokerfirmen gleichgestellt – dies wird die Aufsicht verstärken, aber den Markt nicht aufhalten. Die Pläne, eine Steuer von 3,5 % auf Stablecoin-Transaktionen einzuführen, wurden aufgrund der bevorstehenden Wahlen verschoben. Die Behörden verstehen: Zu harte Maßnahmen könnten Nutzer vergraulen, die bereits praktische Anwendungen für die neuen Instrumente gefunden haben.

Die Situation in Brasilien spiegelt einen breiteren Wandel wider. Der Krypto-Markt hat hier die Phase des Hypes hinter sich gelassen und sich der Lösung realer Probleme gewidmet – der Erhaltung von Ersparnissen und der Vereinfachung von Abrechnungen. Wie Wasser seinen Weg durch Felsspalten findet, so dringen digitale Dollar dorthin vor, wo traditionelle Finanzen langsam oder teuer arbeiten.

Fernando Rocha von der Zentralbank merkte an, dass sich der Markt konsolidiere und neue Anwendungsbereiche finde. Dies seien nicht nur Statistiken – es sei ein Signal, dass in Ländern mit instabiler Wirtschaft der Nutzen wichtiger sei als Volatilität.

Die Wahl der Brasilianer zeigt: Kryptowährungen sind wertvoll, wenn sie alltägliche Probleme lösen und nicht, wenn sie schnelle Millionengewinne versprechen.

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Quellen

  • В Бразилии стейблкоины превосходят биткоин по объему спроса, который достиг 14,68 млрд долларов

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