Die weltweit größte Sandbatterie in der Stadt Pornainen hat nach dem ersten vollständigen Betriebsjahr ihre berechneten Leistungswerte bestätigt: Das Fernwärmesystem reduzierte die Klimabelastung um 70 %, verzichtete vollständig auf Öl und auf 60 % auf die Verbrennung von Holzschnitzeln.
Technologie: 2000 Tonnen Stein statt Öl und Holzschnitzel
Im Kern der Anlage befindet sich ein Stahlbehälter mit 13 Metern Höhe und 15 Metern Breite, gefüllt mit 2000 Tonnen gebrochenem Speckstein. Das Material wurde nicht zufällig gewählt: Es ist ein Nebenprodukt des finnischen Kaminherstellers Tulikivi, die Batterie ist also gleichzeitig ein Beispiel für Kreislaufwirtschaft. Der Stein wird mit erneuerbarer Energie auf 500–600 °C erhitzt, die auf dem Spotmarkt zu Zeiten niedriger Preise eingekauft wird – wenn Wind- und Solaranlagen überschüssige Energie erzeugen.
Anschließend kann die Wärme dank mehrschichtiger Isolierung tagelang und wochenlang gespeichert werden. Bei Bedarf wird sie in das Fernwärmesystem von Pornainen eingespeist, das zuvor mit Öl und Holzschnitzeln betrieben wurde. Die Kapazität des Speichers beträgt etwa 100 MWh Wärmeenergie bei einer Leistung von 1 MW: Dies reicht aus, um den Bedarf der Stadt mit etwa 5000 Einwohnern im Sommer etwa einen Monat und im Winter etwa eine Woche lang zu decken.
Ergebnisse des ersten Jahres
Nach Angaben des Betreibers übertrafen die Betriebsergebnisse die Erwartungen:
- -70 % Klimabelastung des Wärmesystems;
- -60 % Verbrauch von Biomasse (Holzschnitzel);
- -100 % Ölverbrauch – die Heizölanlagen wurden außer Betrieb genommen;
- >85 % Effizienz und 100 % Zuverlässigkeit der Wärmeversorgung.
Auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts war nicht weniger beeindruckend: Die Aufladung der Batterie kostete im Durchschnitt 70–80 % weniger als der Durchschnittspreis für Strom, und in einigen Monaten überstieg die Differenz 90 %.
Lösung für das „ewige“ Problem der grünen Energie
Die Hauptbedeutung der Technologie liegt im Kampf gegen die Instabilität erneuerbarer Energiequellen: Die Batterie speichert Energie, wenn die Sonne scheint und der Wind weht, und gibt sie ab, wenn Bedarf besteht. Dies ermöglicht den Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien im Netz, ohne die Zuverlässigkeit der Wärmeversorgung zu gefährden.
„Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass Technologien zur Wärmespeicherung eine sehr wichtige Rolle dabei spielen können, Gemeinden bei der Reduzierung von Emissionen zu helfen“, sagte der Bürgermeister von Pornainen, Antti Kuusela. Er betonte auch, dass die Anlage die Energiesicherheit der Stadt gestärkt habe: „Das Netz hat mehr Flexibilität und eine bessere Fähigkeit erhalten, mit verschiedenen Störungen umzugehen.“
Was kommt als Nächstes
Der Erfolg in Pornainen, wo die Batterie von Polar Night Energy für das Wärmenetz Loviisan Lämpö gebaut wurde, war bereits die Grundlage für die Verbreitung der Technologie in anderen Gemeinden Finnlands und darüber hinaus. Für kleinere Städte, die von teuren importierten Brennstoffen abhängig sind, ist die Sandbatterie eine der günstigsten Möglichkeiten zur Dekarbonisierung: Sie enthält keine seltenen Metalle, keine giftigen Materialien und keine sich mit der Zeit zersetzenden chemischen Elemente – nur Stein, Stahl und Isolierung.



