Amy Hunt peilt historischen Quadruple an: Zweites Gold und die Ambitionen der britischen Sprinterin

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

Bei den Europameisterschaften in Birmingham hat die 24-jährige Amy Hunt nicht nur die 200 Meter gewonnen – sie tat dies mit einer solchen Vehemenz, als würde sie bereits die Krone der ersten Athletin anprobieren, die bei denselben Spielen vier Goldmedaillen holt. Nach ihrem Sieg über die 100 Meter kam sie in 22,19 Sekunden ins Ziel, vor ihrer Landsfrau Dina Asher-Smith und der Irin Rhasidat Adeleke, und erklärte prompt: „Zwei von vier, Baby.“

Hunt hat offenkundig nicht vor, aufzuhören. Vor ihr liegen noch die 4x100-Meter-Staffeln der Frauen und die Mixed-Staffel, und sie hat bereits gewarnt: Keine Feierlichkeiten und kein Champagner vor Sonntag. „Ich habe den Mädchen etwas zu beweisen“, sagte sie. „Wir müssen zeigen, wer die beste Sprintnation Europas ist.“

Asher-Smith, in der Vergangenheit zweifache Europameisterin über 200 Meter, musste sich diesmal mit Bronze begnügen. Die dreißigjährige Läuferin startete stark, konnte das Tempo auf der Zielgeraden jedoch nicht halten: Adeleke erkämpfte sich Silber mit einem nationalen Rekord, und Hunt Gold. Für Asher-Smith ist dies bereits die neunte Europameisterschaftsmedaille, doch ihre Enttäuschung war spürbar: „Ich bin enttäuscht über Bronze, aber zehn Jahre nach dem ersten Sieg ist es an sich schon eine Leistung, zu den Schnellsten zu gehören.“

Der Vergleich der beiden Britinnen offenbart die Essenz des Augenblicks. Hunt, die diesen Sommer eine schwierige Phase über die 200 Meter durchgemacht hatte, kehrte mit neuem Selbstvertrauen auf die Strecke zurück und „kam aus der Kurve wie ein Zug“, so Jessica Ennis-Hill. Asher-Smith hingegen konnte trotz ihrer Erfahrung dem Ansturm der jungen Konkurrentin nicht standhalten, deren Geschwindigkeit und Ausdauer auf den letzten 40 Metern entscheidend waren.

Hunts Sieg fügt sich nahtlos in das Gesamtbild der britischen Dominanz auf den Sprintdistanzen in Birmingham ein: Romell Glave und Jeremiah Azu gewannen Gold und Silber über 100 Meter bei den Männern, und Matthew Hudson-Smith siegte über 400 Meter. Dies ist kein Zufall, sondern das Ergebnis systematischer Arbeit, bei der junge Talente Raum für ihre Ambitionen erhalten und Veteranen weiterhin motivieren.

Hunt möchte „ikonisch“ werden – die erste Athletin, die bei einer einzigen Europameisterschaft vier Goldmedaillen holt. Ihr Ziel geht über persönliche Bestleistungen hinaus: Sie fordert die Geschichte heraus und stärkt gleichzeitig die Position des britischen Sprints als Kraft, die auf dem Kontinent die Regeln diktieren kann. Zwei weitere Starts stehen noch bevor, und wenn alles nach Plan läuft, wird Birmingham-2026 nicht nur wegen der Medaillen in Erinnerung bleiben, sondern als der Moment, in dem eine Athletin die Regeln des Möglichen neu schrieb.

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Quellen

  • 'Two out of four, baby' - Hunt wins 200m as she eyes historic quadruple

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