Royal Oak geht Pop: Royal Pop – die überraschendste und meist erwartete Kollaboration von Swatch und Audemars Piguet

Autor: Katerina S.

Royal Oak geht Pop: Royal Pop – die überraschendste und meist erwartete Kollaboration von Swatch und Audemars Piguet-1

Am 13. Mai gaben Swatch und Audemars Piguet offiziell ihr gemeinsames Projekt Royal Pop bekannt. Die Kooperation löste sofort ein gewaltiges Echo aus, da hier erstmals das Kultmodell Royal Oak von Audemars Piguet – dessen Preis bei etwa 20.000 US-Dollar beginnt – in Zusammenarbeit mit einer erschwinglichen Marke neu interpretiert wird.

Die Präsentation des Modells auf der Swatch-Website enthüllte entgegen allen Erwartungen keine preiswerte Version der klassischen Armbanduhr. Stattdessen stellten die Marken eine Kollektion aus acht Taschenuhren in einer lebhaften Pop-Ästhetik vor. Die Uhren können um den Hals oder in der Tasche getragen sowie als Taschen-Accessoire oder dekoratives Element eines Outfits genutzt werden.

Dieses Format ist eine direkte Hommage an die Swatch POP-Linie der späten 1980er Jahre, bei der Uhren ursprünglich nicht nur als Gebrauchsgegenstände, sondern als Teil eines modischen Stils konzipiert waren. Im Design der Royal Pop verschmelzen die Markenzeichen der Royal Oak mit der visuellen Sprache von Swatch. In der Gestaltung finden sich die achteckige Lünette, die charakteristischen Schrauben sowie das „Petite Tapisserie“-Muster wieder.

Das Gehäuse besteht aus Biokeramik mit beidseitigem Saphirglas, während Zeiger und Indizes mit Super-LumiNova® der Kategorie A beschichtet sind. Im Inneren arbeitet ein modifiziertes SISTEM51-Werk mit Handaufzug, 90 Stunden Gangreserve, Nivachron™-Spiralfeder und laserjustierter Präzision.

Die Kollektion umfasst verschiedene Farbvarianten, von kräftigen Tönen in Pink, Gelb und Blau bis hin zu dezenteren schwarzen und minimalistischen Versionen. Zudem bietet die Linie Savonette- und Lépine-Formate an, was die Verbindung des Projekts zur Tradition der Taschenuhr zusätzlich unterstreicht.

Im Gegensatz zu früheren Prestigeprojekten von Swatch mit Omega und Blancpain kooperiert das Unternehmen diesmal mit einer Marke außerhalb der Swatch Group. Audemars Piguet ist eine unabhängige Manufaktur in Familienbesitz, weshalb Branchenkenner die bloße Tatsache dieser Partnerschaft als äußerst überraschend einstuften. Dass ausgerechnet die Royal Oak – eines der bekanntesten und ikonischsten Modelle überhaupt – für diese Neuinterpretation gewählt wurde, sorgte unweigerlich für zusätzliches Aufsehen.

Die Tatsache, dass der Verkauf der Royal Pop ausschließlich offline und ohne Online-Zugang organisiert wird, verstärkt den Effekt der Exklusivität und befeuert die Nachfrage rund um das Release massiv.

Doch der Launch wird von geteilten Reaktionen des Publikums begleitet. Ein Teil der Öffentlichkeit hatte die Erwartungshaltung entwickelt, dass die Marken eine Interpretation des berühmten Modells in einem erschwinglichen Preissegment präsentieren würden, vergleichbar mit anderen Swatch-Projekten. Nach der Präsentation wurde jedoch klar, dass das tatsächliche Produkt erheblich von diesen Erwartungen abweicht.

Statt einer Armbanduhr wurde den Käufern ein Taschenformat mit ausgeprägt dekorativem, beinahe comicartigem Charakter angeboten. In sozialen Netzwerken wird die Neuheit sowohl mit Vintage-Accessoires als auch mit modernen Pop-Objekten verglichen. GQ verglich sie sogar mit Labubu-Figuren, da das Modell perfekt als Anhänger für Taschen dienen kann.

Während die einen die Royal Pop als mutiges Design-Statement und unkonventionellen Blick auf das uhrmacherische Erbe feiern, sehen andere darin ein zu radikales und unseriöses Experiment für eine Marke vom Kaliber Audemars Piguets, wodurch die Diskussion schnell über die Kollektion hinausging und die Frage nach den Grenzen einer vertretbaren „Demokratisierung“ von Luxusmarken aufwarf. Einige Besitzer originaler AP-Modelle zeigten sich über diese Kollaboration äußerst unzufrieden. Damit verliert die Marke ihrer Meinung nach an Exklusivität und Status, da Luxus nicht für jedermann zugänglich sein sollte.

Ungeachtet dessen prophezeien Experten der Zusammenarbeit großen Erfolg. Begeisterte Kommentare, die selbst die Kritik übertönen, deuten darauf hin, dass sich am 16. Mai lange Schlangen vor den stationären Swatch-Boutiquen bilden werden.

Selbst wenn der Erfolg der MoonSwatch – der Kooperation mit der Luxusmarke Omega – nicht ganz wiederholt werden kann, ist es den Marken definitiv gelungen, ein gewaltiges Medienecho zu erzeugen. Somit dürfte der mediale Aufmerksamkeitseffekt selbst bei einem ungünstigen Verlauf für die Kollektion jegliche Kosten mehr als aufwiegen.

Ein weiteres kleines, aber wichtiges Detail am Rande: Audemars Piguet gab bekannt, dass 100 % seiner Erlöse aus dieser Kollaboration in Initiativen zum Erhalt der Uhrmacherkunst und zur Weitergabe handwerklicher Fähigkeiten an die nächste Generation fließen werden. Dies ist eine schöne Geste, völlig ungeachtet dessen, wie die Fans der Marke die Kollektion letztlich aufnehmen.

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Quellen

  • Audemars Piguet официальный сайт

  • Swatch Group

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