Stellen Sie sich vor: Fast ein ganzes Jahrhundert lang versuchen Wissenschaftler herauszufinden, ob es diesen äußerst seltenen Primaten noch gibt, studieren alte wissenschaftliche Aufzeichnungen, Museumssammlungen und historische Zeugnisse.
Und in der Zwischenzeit spaziert das Objekt ihrer Suche völlig entspannt durch die Gärten der Nachbarn und reist sogar manchmal über Stromleitungen!
Genau eine solch erstaunliche Geschichte ereignete sich in Indonesien, auf der Insel Bangka, am 22 Oktober.
Die Forscher bestätigten die Existenz des Bangka-Plumploris — eines kleinen nachtaktiven Primaten mit riesigen runden Augen und einem unglaublich niedlichen Gesicht.
Die letzten wissenschaftlichen Angaben über diese Tiere stammten noch aus den 1930er Jahren. Fast hundert Jahre lang blieben sie von der Wissenschaft praktisch unbemerkt!
Und nun stellte sich heraus, dass sich die seltenen Tierchen keineswegs unbedingt im undurchdringlichen Dschungel verstecken.
Sie tauchen in den Gärten der Einheimischen auf, an Straßenrändern und sogar auf Stromleitungen.
Das heißt, während die Wissenschaftler sie in den Wäldern suchten, saßen die Loris womöglich ganz entspannt auf einem Zaun und beobachteten, wie die Menschen schon wieder irgendwohin eilen! 😁
Eine wichtige Rolle in der Untersuchung spielte das indonesische Tierschutzzentrum Alobi. Seine Mitarbeiter halfen mehr als 90 solcher Primaten, und die gesammelten Erkenntnisse ermöglichten es den Fachleuten, die Verbreitung der seltenen Art besser zu verstehen.
Interessanterweise sind Plumploris recht ungewöhnliche Geschöpfe.
Sie sind überwiegend nachtaktiv, bewegen sich vorsichtig und gemächlich fort, und ihre riesigen Augen helfen ihnen, sich in der Dunkelheit zurechtzufinden.
Doch es gibt ein Detail, das so gar nicht zu ihrem bezaubernden Äußeren passt.
Plumploris gehören zu den wenigen giftigen Primaten der Erde!
Sie sondern ein besonderes Sekret aus ihren Schulterdrüsen ab, das in Verbindung mit Speichel ihren Biss giftig machen kann.
Hinter dem niedlichen Äußeren verbirgt sich also ein recht ernsthafter Charakter.
Das ist wohl einer der seltenen Fälle, in denen man sagen möchte: „Was für ein bezaubernder Affe!“ — ihn aber trotzdem lieber nicht umarmen sollte. 😂
Das Erstaunlichste ist, dass die Rückkehr dieser Art in wissenschaftliche Publikationen uns daran erinnert: Selbst im XXI. Jahrhundert gibt es auf der Erde noch viele Tiere, über die wir erstaunlich wenig wissen.
Und manchmal braucht es für eine große wissenschaftliche Entdeckung keine Expedition in die entlegensten Winkel des Planeten.
Es genügt, genau hinzuschauen, wer durch den Garten der Nachbarn spaziert!
Und die wichtigste Frage richtet sich nun an die Loris selbst:
„Wo wart ihr bloß all diese hundert Jahre?“
Und sie schlagen wohl verwundert ihre riesigen Augen auf:
„Wie, wo? Hier haben wir gelebt! Ihr seid es, die irgendwo verschwunden sind!“ 🐒😂



