Nicht eine einzige Diät, sondern ein ganzes Repertoire: Wie verschiedene gesunde Ernährungsmuster die biologische Alterung verlangsamen

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

In einer in Nature Communications veröffentlichten Studie entdeckten Wissenschaftler des deutschen Zentrums DZNE ein Paradoxon: Menschen, deren Essgewohnheiten einem von zehn verschiedenen „gesunden“ Mustern entsprechen, zeigen langsamere altersbedingte Veränderungen in der DNA.

Das biologische Alter, gemessen mit epigenetischen Uhren, spiegelt den tatsächlichen Verschleiß des Organismus wider, nicht das Datum im Pass. Wenn es hinter dem chronologischen Alter zurückbleibt, sinkt das Risiko für Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen — genau das stellten die Forscher bei 6470 Teilnehmern der Rheinland-Studie fest.

Das Team wandte drei verschiedene epigenetische Uhren auf Blutproben von fast 7500 Menschen an und überprüfte die Ergebnisse an einer unabhängigen Kohorte EPIC-Potsdam. Alle zehn Muster — mediterran, nordisch, DASH, MIND, pflanzlich und andere — zeigten einen Zusammenhang mit der Verlangsamung der Alterung, wenngleich die Stärke des Effekts variierte.

Bemerkenswert ist, dass die Überschneidung der biologischen Signalwege, auf die diese Diäten einwirken, 70 Prozent übersteigt: Zellstruktur, Zellsignalisierung und Stoffwechsel. Genau deshalb erzielen unterschiedlich zusammengesetzte Ernährungsweisen auf DNA-Ebene ein ähnliches Ergebnis.

Raucher profitierten am meisten — wahrscheinlich, weil sie mehr „Spielraum“ hatten, um den Schaden durch Tabak auszugleichen. Das unterstreicht: Die Wirkung der Ernährung hängt vom Ausgangszustand des Organismus ab.

Stellen Sie sich zwei Teller vor: Auf dem einen Olivenöl, Fisch und Gemüse, auf dem anderen Vollkorn, Beeren und Nüsse nach skandinavischen Regeln. Beide verringern die Geschwindigkeit der DNA-Methylierung, obwohl sich die Lebensmittelauswahl kaum überschneidet. Entscheidend ist das Gesamtbild der Ernährungsqualität, nicht die genaue Befolgung eines einzigen Kanons.

Die Studie gibt keinen Anlass, ein bestimmtes Muster als universell bestes anzusehen: Die Unterschiede zwischen den Diäten sind bescheiden, und die Überschneidung der Teilnehmer, die gleichzeitig bei allen zehn Indikatoren ins oberste Quartil fallen, ist minimal — nur 18 Personen aus der Stichprobe.

Die Autoren betonen die praktische Schlussfolgerung: Man muss nicht nach der idealen Diät streben. Es genügt, dasjenige gesunde Muster zu wählen, das zu Gewohnheiten, Budget und Kultur passt — und es konsequent beizubehalten.

Die Ergebnisse bestätigen, dass die Ernährung nach wie vor einer der wenigen verfügbaren Hebel ist, die das Tempo der biologischen Alterung beeinflussen, noch bevor klinische Krankheitssymptome auftreten.

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Quellen

  • Dietas saludables pueden ralentizar el envejecimiento biológico, según un importante estudio

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