Die Firma Purina hat drei Forschungsteams bekannt gegeben, die im Rahmen des Programms „Purina Sponsorship for Human-Animal Bond Studies“ finanzielle Unterstützung erhalten. Jedes Projekt wird mit bis zu 40.000 US-Dollar gefördert, sodass die Gesamtsumme der Zuschüsse 120.000 US-Dollar beträgt.
Insgesamt prüfte Purina über 100 Bewerbungen aus der ganzen Welt. In diesem Jahr lag der Fokus auf Studien, die untersuchen, wie die Bindung zu Haustieren Menschen in prekären Situationen hilft, wie sich Interaktionen auf das Wohlbefinden der Tiere auswirken und wie das Verständnis für die besondere Beziehung zwischen Mensch und Katze vertieft werden kann.
Projekt Nr. 1: Wie Haustiere Betroffenen von häuslicher Gewalt helfen. Die Leitung hat Dr. Jennifer A. Wagman von der Jonathan and Karin Fielding School of Public Health an der University of California, Los Angeles (UCLA), USA, inne. Die 18-monatige Studie untersucht, inwiefern die Bindung zu Tieren die psychische Widerstandsfähigkeit und Genesung von Frauen fördert, die häusliche Gewalt erlebt haben. Die Wissenschaftler evaluieren zudem, wie sich eine solche Situation auf das Wohlbefinden der Haustiere auswirkt.
Im Rahmen des Vorhabens sollen etwa 1.000 Kalifornier befragt werden, die häusliche Gewalt überlebt haben, wobei Interviews und Expertenmeinungen mit speziellen Fragen zur Mensch-Tier-Beziehung kombiniert werden. Die Ergebnisse werden unter anderem der gemeinnützigen Organisation RedRover übermittelt, um Hilfsprotokolle zu entwickeln, die bei der Arbeit mit Betroffenen die Anwesenheit von Haustieren berücksichtigen.
Projekt Nr. 2: Die erste groß angelegte Studie zu Trennungsangst bei Katzen. Die Leitung übernimmt Dr. Paula Pérez Fraga vom Institut für Biologie der Eötvös-Loránd-Universität (Budapest, Ungarn). Dieses Projekt wird die erste umfangreiche Beobachtungsstudie zu trennungsbedingten Störungen bei Hauskatzen sein. Die Untersuchung basiert auf einem Citizen-Science-Modell: Katzenbesitzer weltweit können Videoaufnahmen vom Verhalten ihrer Tiere bei Abwesenheit der Halter einreichen und Fragebögen ausfüllen.
Die Wissenschaftler planen, Risikofaktoren – einschließlich des Charakters der Katze und des Interaktionsstils mit dem Besitzer – zu analysieren und das erste detaillierte Ethogramm (einen Katalog typischer Verhaltensweisen) für kätzische Trennungsangst zu erstellen. Diese Daten werden Tierärzten, Tierpsychologen und Besitzern weltweit helfen, solche Zustände besser zu erkennen und zu korrigieren.
Projekt Nr. 3: Kynotherapeutische Fernbehandlung für krebskranke Kinder. Die Leitung hat Dr. Judit Abdai von der Ungarischen Ethologie-Stiftung an der Eötvös-Loránd-Universität (Budapest, Ungarn) inne. Das Projekt evaluiert das Modell der „Remote Canine-Assisted Therapy“ (RCAT) – eine Form der Fern-Hundetherapie, die es Kindern mit onkologischen Erkrankungen ermöglicht, sicher und in Echtzeit per Videoschalte mit trainierten Hunden zu interagieren. Dies ist besonders wichtig für Patienten mit Immunsuppression, für die ein persönlicher Kontakt kontraindiziert ist.
Die Studie nutzt ein Crossover-Design, um psychosoziale Effekte wie Motivation, Stimmung und Angstniveau zu bewerten. Das Modell verfügt über das Potenzial für eine weltweite Skalierung – es könnte Kindern in ländlichen Gebieten, benachteiligten Gemeinschaften und Ländern ohne ausgebaute Infrastruktur für tiergestützte Therapie den Zugang ermöglichen. Gleichzeitig schützt dieses Format auch das Wohlergehen der Therapiehunde selbst.
Das Programm „Purina Sponsorship for Human-Animal Bond Studies“ existiert seit 2016, wobei in diesem Zeitraum insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar für die Forschung bereitgestellt wurden. In verschiedenen Jahren wurden Projekte gefördert, die sich mit der Genetik der „Hypersozialität“ bei Hunden und der Verbesserung der Tiervermittlung in Heimen, dem Einfluss von Berührungsarten auf das Wohlbefinden von Mensch und Hund, der Rolle der Bindung an Haustiere für Frauen mit Missbrauchserfahrungen in der Kindheit sowie der Bewertung von Hundetherapieprogrammen im studentischen Umfeld befassten.
Jährlich investiert Purina mehr als 100 Millionen US-Dollar in die Forschung und hat in den letzten fünf Jahren über 150 Millionen US-Dollar an Organisationen vergeben, die sich für den Erhalt und die Stärkung der Bindung zwischen Mensch und Tier einsetzen.



