In der Nacht vom 24 auf den 25 Oktober 2026 wird in Italien die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, um auf die Winterzeit umzustellen. Für Hunde und Katzen bedeutet dies eine Verschiebung der biologischen Rhythmen: Die gewohnten Fütterungszeiten erscheinen verspätet, und die Dunkelheit bricht früher herein, was Unruhe und Schlafstörungen auslöst.
Haustiere orientieren sich nicht an der Uhr, sondern verlassen sich auf zirkadiane Rhythmen und die Abfolge täglicher Ereignisse – Aufwachen, Spaziergänge, Fressen und Spielen. Eine plötzliche Verschiebung um eine Stunde stört diese Vorhersehbarkeit, und die Tiere können Ungeduld, gesteigerte Aktivität oder ungewöhnliches Verhalten zeigen, bis ihre innere Uhr sich an den neuen Tagesablauf angepasst hat.
Katzen sind als dämmerungsaktive Tiere besonders empfindlich gegenüber dem frühen Einbruch der Dunkelheit: Ihre Aktivitätsspitzen liegen in der Morgendämmerung und beim Sonnenuntergang, daher zeigen manche nach der Zeitumstellung abends überschüssige Energie oder wachen früher als gewöhnlich auf. Bei Hunden kann die veränderte Beleuchtung während der Spaziergänge die Wachsamkeit verstärken, besonders bei empfindlichen oder wenig sozialisierten Tieren, was zu Angstreaktionen, Bellen oder starkem Ziehen an der Leine führt.
Die Verhaltenstierärztin Manuela Michelazzi von der Klinik AniCura Clinica Veterinaria San Siro erklärt: Hunde und Katzen verbinden die Zeit nicht mit Zahlen, sondern stützen sich auf zirkadiane Rhythmen und die von den Haltern etablierten Rituale. Die plötzliche Verschiebung erzeugt ein echtes Hungergefühl und eine biologische Diskrepanz, die Frustration oder Erwartungsangst auslöst.
Das wichtigste Prinzip der Unterstützung ist die Allmählichkeit. Vier bis fünf Tage vor oder nach der Zeitumstellung empfiehlt es sich, die wichtigsten Aktivitäten – Fütterung, Spaziergänge und Spiele – täglich um 10–15 Minuten zu verschieben, damit sich der Organismus des Tieres ohne abrupten Sprung anpasst. Wichtig ist, die gewohnten Rituale beizubehalten: die Abfolge der Begrüßungen, die Vorbereitung auf den Spaziergang oder die Gesten vor der Fütterung.
Während der Wartezeit auf das Futter ist es sinnvoll, alternative Beschäftigungen anzubieten: Denkspiele, Suchaufgaben nach Geruch oder sichere Kau-Spielzeuge. Für Hunde sollten Spaziergänge besser auf vertrauten und gut beleuchteten Wegen geplant werden, wobei die Ruhe des Halters bewahrt und ein zuverlässiges Geschirr verwendet wird. Wenn Veränderungen bei Appetit, Schlaf oder Verhalten anhalten, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Die Vorhersehbarkeit der täglichen Rituale bleibt der entscheidende Faktor für die Beruhigung, besonders für Tiere mit einer ängstlichen Vorgeschichte, und hilft, das Gleichgewicht auch bei einer Zeitumstellung schneller wiederherzustellen.


