Am neunten Tag der US Open 2026 in New York haben Elena Ryabkina und Qinwen Zheng bestätigt: Im Tennis kommt es manchmal weniger auf den Start an als auf die Fähigkeit, nicht zu zerbrechen, wenn alles schiefzulaufen scheint.
Ryabkina setzte sich im zweiten Viertelfinaldurchgang souverän gegen Naomi Osaka durch — 6:1, 6:4 in 66 Minuten. Die kasachische Nummer 2 der Setzliste dominierte von ihrem ersten Aufschlag an, ließ der Gegnerin keinen einzigen Break zu und verwandelte 29 Winner. Für die an Position 13 gesetzte Osaka war dies eine weitere Erinnerung daran, wie sehr eine Achillessehnenverletzung und Unbeständigkeit ihre Rückkehr auf das frühere Niveau behindern.
Das Hauptereignis des Tages war der Sieg von Qinwen Zheng über die an Nummer acht gesetzte Iga Świątek — 7:5, 6:3. Die chinesische Tennisspielerin, die sich durch die Qualifikation gekämpft hatte, holte zum zweiten Mal in zwei Matches einen Rückstand von 0:5 in einem Satz auf. Nach dem Fehlstart in den ersten fünf Spielen gewann sie sieben in Folge und brach den Willen der polnischen Meisterin, die zwei Satzbälle nicht verwerten konnte.
Ryabkina und Zheng treffen im Viertelfinale aufeinander. Für Ryabkina würde ein Sieg in diesem Match fast die Rückkehr an die Spitze der WTA-Rangliste garantieren, falls sie das Halbfinale erreicht. Zheng hingegen, die bereits dreimal im Viertelfinale der US Open stand, zeigt, dass das Comeback ihr Markenzeichen bei diesem Turnier ist.
Parallel dazu besiegte Mirra Andreeva in einem hart umkämpften Match Anastasia Potapova — 5:7, 6:4, 6:3 — und setzte damit ihr bestes Ergebnis bei den amerikanischen Majors fort. Die russische Nummer fünf der Welt wirkt immer selbstbewusster, wenn auch nicht ohne Nerven in den entscheidenden Phasen.
Diese Ergebnisse unterstreichen: Im modernen Tennis wiegen psychische Stabilität und die Fähigkeit, sich spontan umzustellen, oft schwerer als rohe Kraft. Ryabkina zeigt Dominanz, aber gerade Zheng gibt mit ihren unglaublichen Comebacks den Ton bei diesen US Open an — einem Turnier, bei dem ein Rückstand von fünf Spielen kein Todesurteil mehr ist.

