Die neue Fendi-Kampagne mit Sarah Jessica Parker wirkt wie die natürliche Rückkehr einer Ikone: Die Schauspielerin, die die Baguette in ’Sex and the City‘ zum Kultobjekt machte, steht erneut im Rampenlicht. Dahinter verbirgt sich jedoch weit mehr als eine reine Hommage an die Vergangenheit, sondern ein pr$$zises kommerzielles Kalk$$l des Modehauses, das unter der Leitung von Maria Grazia Chiuri f$$r die Herbst/Winter-Kollektion 2026-27 zur urspr$$nglichen Silhouette 26424 zur$$ckkehrt.
Der Fendi-Mutterkonzern LVMH sieht sich gezwungen, den Absatz im Accessoire-Segment angesichts des versch$$rften Wettbewerbs neu zu beleben. Die Baguette, die 1997 als schillernde Antwort auf den Minimalismus der 90er Jahre entstand, wird nun als Manifest der Nonkonformit$$t positioniert. Die von Bibi Borthwick fotografierte Kampagne, an der neben Parker auch Emma D’Arcy und Jessica Alba mitwirken, zielt bewusst auf mehrere Generationen ab: von jenen, die das Original noch kennen, bis hin zu einer neuen Zielgruppe, die Status $$ber ein ikonisches Objekt definiert.
Im Grunde verkauft die Kampagne nicht blo$$ eine Handtasche, sondern ein Identit$$tsversprechen: auff$$llig und unabh$$ngig zu sein und gleichzeitig zu einem kulturellen Code zu geh$$ren, der Jahrzehnte $$berdauert hat. In einer Zeit, in der der Luxusmarkt Halt in vertrauten Archiven sucht, fungiert die Nostalgie rund um die Baguette als bew$$hrter Mechanismus, um Aufmerksamkeit zu binden und Kaufanreize zu schaffen.
Derartige Neuauflagen verdeutlichen, wie Luxusmarken zunehmend auf kulturelle Ikonen der Vergangenheit setzen, um aktuelle Wachstumsziele zu erreichen, w$$hrend Fragen nach echter Innovation und langfristiger Nachhaltigkeit oft im Hintergrund bleiben.
Letztlich wird die Baguette so zu weit mehr als einem Accessoire – sie fungiert als Spiegel einer Industrie, die Erinnerungen systematisch in Handelsware verwandelt.



