Berührung der Tiefe: Ein Dumbo-Oktopus vor der Kamera der Nautilus

Autor: Inna Horoshkina One

Dumbo Octopus Meet ROV Little Hercules | Nautilus Live In einer Tiefe von 5800 Metern zeigte der Ozean erstaunliche Bewohner der ewigen Dunkelheit.

Die abyssale Tiefebene ist einer der am wenigsten erforschten Räume der Erde. Hier gibt es kein Sonnenlicht, enormer Druck herrscht, und die Stille wirkt fast kosmisch. Aber selbst unter diesen extremen Bedingungen schafft das Leben weiterhin erstaunliche Formen.

An Bord des Forschungsschiffs E/V Nautilus findet die Expedition NA179 — Deep-Sea Habitats in the Mariana Islands I statt, die erste von zwei Expeditionen zur Erforschung der Tiefseelebensräume der Marianen-Inseln.

Dies ist eine der geologisch aktivsten Regionen der Erde. Hier befinden sich Unterwasservulkane, Meeresbodenbereiche, die über 167 Millionen Jahre alt sind, und der Marianengraben – der tiefste ozeanische Graben der Erde.

In einer Tiefe von über 5800 Metern traf das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug ROV Little Hercules auf einen der bezauberndsten Bewohner der Tiefe – einen Dumbo-Oktopus.

Ein Vertreter der Gattung Grimpoteuthis erschien vor der Kamera wie ein kleiner Bote der Tiefe. Er stieg dem Fahrzeug entgegen, schwamm einen Moment lang daneben und bewegte sanft seine großen, elefantenohrähnlichen Flossen, bevor er wieder in der Dunkelheit verschwand.

Seine großen Augen sind an das Leben in einer Welt ewiger Nacht angepasst – dort, wo es weder Sonnenaufgänge noch Sonnenuntergänge gibt.

Aber der Dumbo-Oktopus war nicht das einzige Wunder dieses Tauchgangs.

Eine fast durchsichtige, kugelförmige Qualle schwebte vor der Kamera vorbei – eine schwerelose Form, als wäre sie aus dem Wasser selbst gemacht. Ihr folgend erschien in den Scheinwerfern des Fahrzeugs ein schimmerndes Kammquallen. Regenbogenfarbene Wellen auf seinem halbdurchsichtigen Körper entstehen durch die Lichtbrechung auf Reihen mikroskopischer Zilien, mit denen das Tier das Wasser vorwärts schiebt und sich bewegt.

Kammquallen ähneln Quallen nur äußerlich, gehören aber zu einer völlig anderen Tiergruppe – dem Stamm Ctenophora. Ihr Platz im Stammbaum des Lebens bleibt eines der großen Rätsel der Evolutionsbiologie. Studien deuten darauf hin, dass sie einen der frühesten abgespaltenen Zweige der Tierwelt darstellen könnten, obwohl diese Frage von Wissenschaftlern noch diskutiert wird.

Die Expedition Deep-Sea Habitats in the Mariana Islands I findet vom 28. Juni bis 21. Juli 2026 statt. Das Schiff und seine Unterwasserfahrzeuge operieren östlich des Marianengrabens, in der Nähe der Insel Tinian, und erforschen Tiefebenen und Hänge von Tiefseebergen, die zuvor fast keine menschlichen Augen gesehen haben. Ocean Exploration Trust

Jeder dieser Tauchgänge erinnert uns daran: Der Ozean war nie still.

Er spricht durch die Lichtspiele in durchsichtigen Körpern, durch kaum wahrnehmbare Bewegungen in der Dunkelheit und durch die leisen Flügelschläge eines Oktopus, der für einen Moment aus der Tiefe auftauchte.

Und manchmal, wenn wir die Kamera ins Unbekannte richten, fühlen wir:

Nicht nur wir schauen in die Tiefe – die Tiefe schaut zurück.

5 Ansichten

Quellen

  • NA179 | Nautilus Live

  • Deep-Sea Habitats in the Mariana Islands I

  • Deep-Sea Habitats in the Mariana Islands I | June 28 – July 21, 2026

  • Осьминог Думбо: балерина глубин

  • Осьминог Дамбо: изящный глубоководный "танцовщик"

  • Гребневики на филогенетическом древе

  • Гребневики — Википедия

  • Erik Cordes | Nautilus Live

  • Original text stylistic refinement

  • OET Launches our 2026 Exploration Season

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