Zitrushecken auf Sumatra: Wie Frauen Frieden mit verschwindenden Elefanten finden

Bearbeitet von: Svitlana Velhush

An der Grenze des Nationalparks Tesso Nilo auf Sumatra haben Frauen der Gruppe Perbáni ein Problem gelöst, das jahrzehntelang die Beziehungen zwischen Menschen und Wildtieren zerrüttet hat. Statt Gift oder Elektrozäunen pflanzten sie dichte Reihen von Zitrusbäumen – Orangen, Limetten, Calamansi und Kaffernlimetten. Elefanten meiden offenbar den scharfen Geruch dieser Pflanzen, und die Ernten der Ölpalmen bleiben nun unversehrt.

Der Park hat mehr als drei Viertel seines alten Waldes durch Abholzung und Plantagen verloren. Die verbliebenen etwa 150 Sumatra-Elefanten (Elephas maximus sumatranus) sind gezwungen, näher an menschlichen Siedlungen nach Nahrung zu suchen. Konflikte führten zum Tod von Tieren und zur Beschädigung von Feldfrüchten. Die Gruppe Perbáni im Dorf Lubuk Kembang Bunga wählte einen anderen Weg: Zitrushecken um die Felder und, an anderen Orten, Pflanzungen von Bäumen, die Elefanten lieben – Jackfrucht, Cempedak und die Schotenbohne Petai.

Die Frauen schützen nicht nur ihre Betriebe, sondern erzielen auch zusätzliches Einkommen durch den Verkauf von Zitrusfrüchten. Die Bäume werden in einem Abstand von anderthalb Metern gepflanzt, wodurch agroforstliche Flächen entstehen. Laut der Teilnehmerin Ernita zerstörten Elefanten früher die Palmfrüchte, und die Bäume mussten bis zu fünfmal neu gepflanzt werden; jetzt passiert das nicht mehr. Die Gruppe führt auch monatliche Führungstrainings und ein Spar- und Kreditprogramm für mehr als dreißig Teilnehmerinnen durch.

Die Soziologin der Universität Riau, Mita Rosaliza, stellt fest, dass Perbáni zeigt: Frauen sind keine Opfer von Konflikten, sondern kreative Problemlöserinnen. Im Jahr 2024 erhielt die Initiative die offizielle Anerkennung des indonesischen Forstministeriums. Dieser Ansatz verbindet den Schutz einer seltenen Art mit der Stärkung lokaler Gemeinschaften und erfordert keine teuren Technologien.

Solche Lösungen stützen sich auf Beobachtungen des Tierverhaltens und lokales Wissen, das in großen Programmen oft unbeachtet bleibt. Zitrushecken schrecken nicht nur Elefanten ab, sondern liefern den Menschen auch nützliche Früchte, und die Pflanzung von Futterbäumen schafft Zonen friedlichen Zusammenlebens. Dies verwandelt die Konfrontation in ein System gegenseitigen Nutzens.

Die Erfahrung von Perbáni zeigt, dass einfache, naturbasierte Barrieren die Spannungen zwischen Mensch und Wildtier dort verringern können, wo traditionelle Methoden das Problem nur verschlimmern.

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Quellen

  • How Citrus Tree Fences Are Protecting Sumatran Elephants

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