BlackRock: Der unsichtbare Architekt der globalen Finanzen

Autor: Tatyana Hurynovich

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BlackRock wird oft als der „Eigentümer der ganzen Welt“ bezeichnet. Dies ist eine markige, aber unzutreffende Behauptung. Tatsächlich ist BlackRock das weltweit größte Unternehmen, das fremde Gelder verwaltet. Bis Ende 2025 verwaltete BlackRock Vermögenswerte von rund 14 Billionen US-Dollar, und der Umsatz des Unternehmens betrug etwa 24,2 Milliarden US-Dollar.

Die Funktionsweise

Ein Pensionsfonds, eine Versicherungsgesellschaft oder ein privater Anleger überweist Geld an die Verwaltungsgesellschaft. BlackRock investiert dieses dann in Aktien, Anleihen und andere Vermögenswerte – entweder eigenständig oder gemäß vorab festgelegten Regeln.

Dafür erhält das Unternehmen eine Gebühr.

Das heißt, BlackRock besitzt nicht alle verwalteten Vermögenswerte. Wenn beispielsweise ein BlackRock-Fonds Apple-Aktien gekauft hat, gehören diese Aktien den Anlegern des Fonds. BlackRock verwaltet sie lediglich und stimmt in einigen Fällen auf den Hauptversammlungen darüber ab.

Unternehmensgeschichte

BlackRock wurde 1988 von Larry Fink und sieben seiner Partner gegründet. Zuvor war Fink bei der Investmentbank First Boston tätig, wo seine Abteilung aufgrund fehlerhafter Entscheidungen auf dem Hypotheken- und Anleihenmarkt erhebliche Verluste erlitt. Diese Erfahrung prägte die spätere Spezialisierung von BlackRock: Das Unternehmen legte von Anfang an großen Wert auf Risikokontrolle, Portfoliobewertung und Anleihenmanagement.

Ursprünglich wurde BlackRock mit Unterstützung der Blackstone Group gegründet und hieß Blackstone Financial Management. Anfang der 1990er-Jahre erlangte sie Eigenständigkeit und entwickelte sich unter eigenem Namen weiter. 1994 zog sich Blackstone aus dem Geschäft zurück, woraufhin BlackRock als unabhängiges Unternehmen weiter agierte.

1999 führte BlackRock einen Börsengang an der New York Stock Exchange durch. Ein entscheidender Wachstumsschritt war der Kauf von Barclays Global Investors im Jahr 2009, einschließlich der iShares-Sparte. Der Wert der Transaktion wurde auf etwa 13,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nach der Übernahme stärkte BlackRock seine Position auf dem ETF-Markt erheblich und wurde zum weltweit größten Vermögensverwalter.

Woher dieser Umfang stammt

Die Hauptwachstumsquelle von BlackRock sind die börsengehandelten Fonds (ETFs) unter der Marke iShares.

Ein ETF ermöglicht es, mit einem einzigen Kauf gleichzeitig in Dutzende oder Hunderte von Aktien zu investieren. Zum Beispiel kann ein Fonds einen Index großer amerikanischer Unternehmen, globale Aktien oder Staatsanleihen abbilden.

Diese Art der Investition ist beliebt, weil:

  • sie hilft, Investitionen schnell zu diversifizieren;
  • sie in der Regel günstiger ist als aktives Management;
  • man nicht jede Aktie selbst auswählen muss;
  • sie sowohl großen Fonds als auch Privatanlegern zugänglich ist.

Im Jahr 2009 erwarb BlackRock von Barclays die Sparte Barclays Global Investors mitsamt der Marke iShares. Diese Transaktion stärkte die Position des Unternehmens auf dem ETF-Markt erheblich.

Warum BlackRock Unternehmen beeinflusst

Wenn ein BlackRock-Fonds einem Index folgt, kauft er Aktien von Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Daher gehört BlackRock oft zu den größten Aktionären von Apple, Microsoft, ExxonMobil und anderen Konzernen.

Das Unternehmen kann auf den Hauptversammlungen über diese Aktien abstimmen: zum Beispiel bei der Wahl von Direktoren, den Gehältern von Führungskräften oder großen Geschäftsabschlüssen.

Doch wichtig ist: Vertreter von BlackRock sitzen in der Regel nicht in den Aufsichtsräten dieser Unternehmen. Sie stimmen mit den Aktien der Kunden ab und führen Gespräche mit der Unternehmensführung der Konzerne.

Zusammen mit Vanguard und State Street wird BlackRock oft als die „Großen Drei“ der größten Indexmanager bezeichnet. Ökonomen untersuchen, ob der Besitz von Anteilen an mehreren konkurrierenden Unternehmen gleichzeitig den Wettbewerb beeinflussen kann. Dies ist jedoch eine wissenschaftliche Diskussion und kein Beweis dafür, dass BlackRock alle Wirtschaftszweige kontrolliert.

Was ist Aladdin

Aladdin ist ein Technologiesystem von BlackRock zur Analyse von Portfolios und Risiken. Es hilft zu beurteilen, wie sich der Wert von Vermögenswerten bei steigenden Zinsen, einem fallenden Aktienmarkt oder einer Verschlechterung der finanziellen Lage von Unternehmen verändern würde.

Diese Plattform wird nicht nur von BlackRock-Abteilungen, sondern auch von einigen institutionellen Anlegern genutzt. Aladdin ist jedoch kein „einziges Gehirn der Weltwirtschaft“, sondern ein kommerzielles Softwarepaket. Die oft zitierte Zahl von angeblich 20 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten, die durch das System fließen, bezieht sich auf frühere öffentliche Schätzungen und ist kein genaues aktuelles Maß.

Warum das Unternehmen kritisiert wird

BlackRock wird von verschiedenen Seiten kritisiert.

Umweltaktivisten werfen dem Unternehmen vor, nicht streng genug mit dem Öl- und Gassektor umzugehen. Konservative Politiker hingegen beschuldigen es, durch Stimmrechtsausübung eine Klima- und Sozialagenda voranzutreiben.

Zudem wirft die Konzentration des Einflusses bei einigen großen Vermögensverwaltungsgesellschaften Fragen auf. Wenn dieselben Investoren gleichzeitig erhebliche Anteile an mehreren konkurrierenden Unternehmen halten, stellt sich die Frage: Schwächt das nicht den Wettbewerb zwischen ihnen?

BlackRock betont jedoch, dass es Kundengelder verwaltet, die Investitionskosten senkt und nicht nach eigenem Ermessen über alle Vermögenswerte verfügt.

Fazit

BlackRock ist keine geheime Regierung und auch kein Unternehmen, das direkt die Weltwirtschaft besitzt. Es ist ein riesiger Finanzintermediär.

Das Unternehmen sammelt Gelder von Millionen von Anlegern, investiert diese über Fonds, stimmt mit den Aktien der Kunden ab und stellt großen Organisationen Technologien für das Risikomanagement zur Verfügung.

Sein Einfluss ist tatsächlich groß. Dieser basiert jedoch nicht auf geheimer Kontrolle, sondern auf dem Geschäftsumfang: riesigen Vermögensvolumina, der Popularität von ETFs und der Präsenz im Kapital vieler öffentlicher Unternehmen.

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Quellen

  • Официальный сайт Black Rock

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