Es stellt sich heraus, dass selbst schwarze Löcher so etwas wie eine Verdauung haben.
Wenn ein supermassereiches schwarzes Loch einen Stern verschlingt, absorbiert es ihn nicht immer leise und ordentlich. Der Stern wird durch Gezeitenkräfte zerrissen, ein Teil der Materie wirbelt um das schwarze Loch, erhitzt sich auf enorme Temperaturen – und dann kann das System einen gewaltigen Strahl aus Materie und Energie ausstoßen.
Genau diesen Moment bezeichnen Astronomen manchmal recht inoffiziell als „Rülpser“ eines schwarzen Lochs.

Das Interessanteste – solche Ausbrüche können nicht unmittelbar nach dem „Mittagessen“erfolgen, sondern erst nach geraumer Zeit. Deshalb war es früher schwierig zu verstehen, warum dasselbe schwarze Loch sich zunächst relativ ruhig verhält und dann plötzlich beginnt, mächtige Jets auszustoßen.
Neue Beobachtungen haben geholfen, diese Verzögerung besser zu verstehen.
Wissenschaftler vermuten, dass sich die Materie nach der Zerstörung des Sterns eine Zeit lang um das schwarze Loch umlagert, eine Scheibe bildet und erst danach die Bedingungen für einen gewaltigen Ausbruch entstehen.
Das kosmische Szenario sieht also ungefähr so aus:
zuerst frisst das schwarze Loch einen Stern,
dann schweigt es lange,
und dann …
„entschuldigen Sie“.
Und in diesem Moment schießt aus dem Zentrum der Galaxie ein Materiestrahl mit ungeheuren Geschwindigkeiten hervor.
Natürlich gibt es hier keine echte „Rülpser“ im menschlichen Sinne – das ist einfach eine bildhafte Bezeichnung für einen komplexen astrophysikalischen Prozess.
Aber man muss zugeben: Die Wissenschaft wird viel verständlicher, wenn man ein supermassereiches schwarzes Loch mit dem Satz beschreiben kann:
„Hat gegessen – und nicht sofort verdaut.“ 😄

