Im Süden der USA ist ein neues virales Dessert aufgetaucht, das aussieht, als wäre es gleichzeitig von einem Konditor, einem Chemiker und einem leidenschaftlichen TikTok-Nutzer erfunden worden. Kool-Aid Pineapples sind Ananasstücke oder -spalten, die in dem farbenfrohen Getränkepulver Kool-Aid unter Zugabe von Zucker eingelegt wurden.
Die Früchte ziehen über mehrere Stunden oder über Nacht in dem bunten Sirup. Infolgedessen verfärbt sich die Ananas in knalliges Neonrot, Blau, Pink oder Grün – je nachdem, welche Geschmacksrichtung des Pulvers gewählt wurde. Das Ergebnis ist ein extrem süßer, leicht säuerlicher und absolut fotogener Snack.
Doch den eigentlichen Internetruhm verdankte die Ananas nicht dem Rezept, sondern einem kurzen Verkostungsvideo.
«Dat bih tough. Dat bih gah»
Am 29. Mai 2026 probierte ein junger Mann namens Bubba Harrelson eine Dose dieser in Kool-Aid getränkten Ananas. Zuerst trank er einen Schluck des leuchtenden Sirups und sagte mit todernster Miene:
«Dat bih tough».
Dann biss er in ein Stück Ananas und fügte hinzu:
«Dat bih gah».
Im Jugendslang der US-Südstaaten lassen sich diese Sätze in etwa mit „Das haut rein“ oder „Das ist der absolute Wahnsinn“ übersetzen. Der letzte Ausdruck ist vermutlich eine verkürzte und bewusst betonte Variante von „that’s gas“ – was so viel wie „das schmeckt fantastisch“ oder „das ist krass“ bedeutet.
Die ungerührte Art der Präsentation, der markante Akzent und die absolute Überzeugung des Testers taten ihr Übriges. Das Video sammelte Millionen von Aufrufen, und die Sprüche verbreiteten sich rasant in Remixen, Parodien und Reaction-Videos. Laut Foodbeast erreichte einer der populärsten Clips die Marke von 11 Millionen Aufrufen.
Vom Kofferraum des Autos zu Millionen von Aufrufen
Einer der Wegbereiter für den Erfolg des Desserts war der Verkäufer Willie Reynolds aus Florida, der im Netz als „Silly Willie“ bekannt ist. Er verkaufte die Dosen mit den bunten Früchten für etwa 20 Dollar direkt aus seinem Auto heraus und tauchte später auf Märkten und an Verkaufsständen in ganz Florida auf.
Die Käufer filmten ihre Verkostungen, präsentierten die farbenfrohen Dosen und debattierten darüber, ob der Snack sein Geld wert sei. Schnell wurde den Nutzern jedoch klar, dass die Zubereitung zu Hause deutlich günstiger ist: Man benötigt lediglich Ananas, ein Päckchen Kool-Aid und nach Belieben etwas zusätzlichen Zucker.
Erste Experimentierfreudige begannen bald damit, verschiedene Geschmacksrichtungen zu mischen sowie Zitrone, Salz, essbaren Glitzer und sogar alkoholische Versionen für Erwachsene hinzuzufügen.
Warum das Internet darauf abfährt
Die Kool-Aid-Ananas vereint fast alle Elemente, die ein perfektes virales Gericht ausmachen:
leuchtende Neonfarben, ein simples Rezept, ein umstrittener Geschmack, eine gewaltige Menge Zucker und eine effektvolle Reaktion während der Verkostung.
Manche Nutzer bezeichnen die Ananas als erfrischend und überraschend lecker. Andere finden, dass das Kool-Aid den natürlichen Fruchtgeschmack völlig überdeckt und die Frucht in ein reines Bonbon verwandelt. Auch die hausgemachten Versionen unterscheiden sich: Während die einen massenhaft Zucker hinzufügen, nutzen andere nur ein Päckchen Pulver, um die Säure der Frucht zu bewahren.
Doch der Geschmack steht längst nicht mehr im Vordergrund. Das Internet hat eine neue universelle Bewertungsskala für Qualität gefunden.
Das Essen schmeckt?
Dat bih gah.
Das Outfit ist gelungen?
Dat bih tough.
Jemand hat etwas so Kurioses getan, dass es schon wieder beeindruckend ist?
Wieder dat bih gah.
So wurde aus einer einfachen Dose bunter Ananas eines der bekanntesten Memes des Sommers 2026. Manchmal braucht es für den digitalen Ruhm tatsächlich nur drei Zutaten: eine Ananas, Kool-Aid und einen Menschen mit der perfekten Reaktion.



