Die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat freigegebene Dokumente veröffentlicht, die ihrer Aussage nach eine Verbindung zwischen US-finanzierter Forschung und dem Institut für Virologie in Wuhan belegen. Zudem sollen die Unterlagen zeigen, dass der ehemalige Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, den Kongress im Jahr 2024 unter Eid getäuscht hat.
In einer begleitenden Stellungnahme betonte Gabbard, dass die Pandemie weltweit Millionen Menschen Leid zugefügt habe und die Amerikaner nach Jahren der Lügen, Zensur und Geheimhaltung nun Transparenz, Wahrheit und Rechenschaft verdient hätten. Das Büro der Geheimdienstkoordinatorin legte interne Korrespondenzen, Whistleblower-Aussagen und Geheimdienstmaterial vor, das die Untersuchungen zur Herkunft des Virus betrifft.
Den veröffentlichten Unterlagen zufolge war Fauci an Beratungen über geheimdienstliche Einschätzungen zum COVID-19-Ursprung beteiligt, pflegte in kritischen Phasen Kontakte zu Geheimdiensten und beaufsichtigte die Finanzierung der Forschung an Fledermaus-Coronaviren in Wuhan. Teile dieser Kommunikation widersprechen laut Angaben des ODNI den Aussagen, die Fauci im Jahr 2024 vor dem Kongress machte.
Die Veröffentlichung der Dokumente hat die Diskussion über mögliche rechtliche Folgen für ehemalige Beamte neu entfacht. Senator Rand Paul und Rechtsexperten erörtern, ob die von Präsident Joe Biden ausgesprochene Begnadigung Fauci vor Bundesanklagen schützt und ob diese auch für potenzielle Straftaten auf Ebene der Bundesstaaten wirksam bleibt. Juristen merken an, dass eine Begnadigung keine Delikte auf Staatsebene abdeckt und Verjährungsfristen im Falle einer andauernden Verschleierung von Informationen verlängert werden könnten.
Besonderes Augenmerk gilt den in den Dokumenten erwähnten Whistleblower-Berichten: Demnach sahen sich Mitarbeiter, die Fragen zu einem möglichen Laborursprung aufwarfen, mit Vergeltungsmaßnahmen und beruflichen Benachteiligungen konfrontiert. Gabbard präsentierte diese Materialien als Teil eines größeren Bildes, wonach die offizielle Version zum Virusursprung unter dem Einfluss bestimmter Kreise konstruiert wurde.
US-Geheimdienste sind sich über die Herkunft von SARS-CoV-2 weiterhin uneinig – sowohl eine natürliche Übertragung als auch ein Laborunfall bleiben Gegenstand der Debatte. Die neuen Dokumente liefern zwar keine abschließenden Beweise, bieten jedoch laut Gabbard Anlass, die Rolle US-amerikanischer Stellen bei der Finanzierung der Forschung in Wuhan weiter zu untersuchen.
Die Veröffentlichung dieses Materials unterstreicht die Notwendigkeit, den Zugang zu Primärquellen auch Jahre nach den Ereignissen sicherzustellen.

