Emotionen sind Indikatoren, kein Urteil: Wie die Aufmerksamkeitssteuerung die Psyche verändert

Autor: lee author

Emotionen sind Indikatoren, kein Urteil: Wie die Aufmerksamkeitssteuerung die Psyche verändert-1

„Gute Laune zu haben“ ist letztlich eine Entscheidung darüber, wohin man seinen Blick richtet.

❓ FRAGE:

Lee, wenn Sie von hohen Schwingungen sprechen, entsteht oft der Eindruck, man müsse sich permanent in bester Stimmung befinden. Psychologen hingegen betonen, dass wir das gesamte Spektrum an Emotionen zulassen sollten, da sie uns als Orientierungshilfe im Leben dienen. Was sagen Sie dazu? Ich persönlich empfinde die Vielfalt der Gefühle als Ausdruck des Lebendigseins. Verstehe ich Sie also richtig, dass es Ihnen nicht um die Abwesenheit unangenehmer Gefühle geht, sondern darum, sie als Wegweiser zu nutzen, die anzeigen, wenn man gerade vom richtigen Weg abkommt?

❗️ ANTWORT von Lee:

Schließlich sagt auch die Psychologie nicht „lebt im Negativen“, sondern vielmehr „versteckt euch nicht vor euren Emotionen“. Genauso wenig geht es uns hier darum, den Kopf in den Sand zu stecken; vielmehr betrachten wir „emotionale Signale“ als Indikatoren dafür, was im Inneren gerade aktiv ist. Ohne die Akzeptanz dieser Signale bleibt man sich selbst schlichtweg fremd.

An diesem Punkt setzt die Logik der ENTSCHEIDUNG ein – und zwar nicht über die Emotionen selbst, sondern über den Fokus der Aufmerksamkeit. Dabei fungieren die Emotionen lediglich als Gradmesser für diesen Fokus. „In bester Stimmung zu sein“ bedeutet also, bewusst zu entscheiden, worauf man schaut, anstatt den Indikator zu ignorieren.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies.

Sie könnten morgens gezielt negative Nachrichten konsumieren und lebensbejahende Meldungen ignorieren. Ihr Verstand wird Ihnen dabei suggerieren: „Ich kenne die Wahrheit“, in dem Glauben, dass die Details über diverse Gewalttaten Sie „wissender“ gemacht haben...

Doch die Konzentration auf Gewaltmeldungen schneidet Sie vollständig vom Fluss anderer Informationen ab – Sie erfahren rein gar nichts über den Fortschritt oder die Errungenschaften der Menschheit. Dies wiederholt sich Tag für Tag. Das Fazit „Ich kenne mich bestens mit Gewalt aus“ bedeutet letztlich „Ich weiß absolut nichts über Wissenschaft, Technologie, Kultur und hunderte andere Themen“.

Im Alltag verhält es sich genauso: Die Themen, über die Sie sprechen, bestimmen Ihre Wahrnehmung. Und so vergehen die Tage...

Die Wahl der Aufmerksamkeit ist nicht nur eine Frage der Informiertheit, sondern, wenn man so will, eine Frage der mentalen Gesundheit. Hier schließt sich der Kreis zur Psychologie: Wer eine „ökologische Auswahl der Aufmerksamkeit“ pflegt, bleibt psychisch gesund. Man kann dies leicht überprüfen, indem man leidende Menschen nach ihrer Sicht auf das Leben fragt. Sie werden feststellen, dass alle „nervösen“ Personen Themen wählen, die weit entfernt von Harmonie sind. Denn in genau diese Themen sind sie von morgens bis abends vertieft.

Was auch immer Sie über die Außenwelt denken mögen – Sie besitzen stets die volle Kontrolle darüber, worauf Sie Ihren Fokus richten. Um es noch einmal zu betonen: Emotionen dienen als Indikatoren; deshalb sollte man sie bewusst wahrnehmen, anstatt vor ihnen zu fliehen.

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Quellen

  • Сайт автора lee

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