Die Beliebtheit von Hunden blickt in China auf eine über siebentausendjährige Geschichte zurück. Viele der weltweit bekanntesten Rassen haben ihre Wurzeln in China, wobei jahrhundertelange Zucht und kaiserliche Vorlieben einzigartige Charaktere sowie ein markantes Äußeres schufen und einstige Arbeitstiere zu modernen Familienbegleitern auf der ganzen Welt machten.
Der Mops gehört zu den ältesten Rassen und war im alten China bereits um 400 vor Christus bekannt. Diese Hunde mit ihrem charakteristisch flachen Gesicht waren die Lieblinge chinesischer Kaiser und des Adels, wobei jedem Mops ein eigener Diener zur Seite stand. Im 16. Jahrhundert gelangten sie mit niederländischen Händlern nach Europa und eroberten schnell die Herzen der europäischen Aristokratie, wo sie zu treuen Gefährten von Königen und Adligen wurden.

Der Chow-Chow ist für seine löwenartige Erscheinung und sein unabhängiges Wesen bekannt. Die Rasse existiert bereits seit mehr als zweitausend Jahren. Einigen Legenden zufolge hielt ein Kaiser der Tang-Dynastie über fünftausend solcher Hunde, die von einer unüberschaubaren Anzahl an Bediensteten versorgt wurden. Chow-Chows binden sich oft eng an eine einzelne Person in der Familie, während sie gegenüber den anderen eine gewisse Distanz wahren.

Der Chinesische Schopfhund zeichnet sich durch seine fast völlige Haarlosigkeit und sein geringes Allergiepotenzial aus, was ihn zu einem idealen Gefährten für Menschen mit einer Empfindlichkeit gegenüber Hundehaaren macht. Diese freundlichen und ruhigen Haustiere jagten einst kleines Wild, verstehen sich heute jedoch bestens mit Kindern und anderen Tieren.

Der Shih-Tzu, dessen Name übersetzt „Löwenhund“ bedeutet, diente jahrhundertelang als Begleiter des chinesischen Adels und der kaiserlichen Familie. Im Jahr 1653 überreichte der tibetische Dalai Lama dem chinesischen Kaiser diese Rasse als Geschenk, woraufhin sie dem einfachen Volk verboten war und nur noch der Oberschicht vorbehalten blieb. Die Rasse ist für ihr spielerisches Temperament, ihr verschmustes Wesen und ihr langes, seidiges Fell bekannt, das regelmäßige Pflege benötigt.

Der Pekinese entstand chinesischen Legenden nach aus der Verbindung eines Löwen, den die Götter auf winzige Größe schrumpfen ließen, mit einem Seidenäffchen. Tatsächlich ging die Rasse im alten China aus gezielter Zucht hervor und wird bis heute für ihre grenzenlose Loyalität sowie ihren minimalen Bewegungsdrang geschätzt.

Der Shar-Pei ist berühmt für seine Hautfalten im Gesicht, von denen man in China glaubte, sie würden dem Schriftzeichen für Langlebigkeit ähneln. Die traditionelle Variante der Rasse aus den südlichen Provinzen Chinas hatte weniger Falten und wurde als vielseitiger Arbeitshund für Bewachung und Jagd eingesetzt. Nachdem die Rasse während der politischen Unruhen des 20. Jahrhunderts fast vollständig verschwunden war, konnte sie dank der Bemühungen von Kynologen gerettet werden. Im Jahr 1978 wurde der Shar-Pei als damals seltenste Hunderasse der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen, was einen Wendepunkt für seine Wiederbelebung darstellte.

Der Kunming-Wolfshund ist eine der jüngsten Rassen, die 1988 offiziell vom chinesischen Büro für öffentliche Sicherheit anerkannt wurde und 2007 internationale Anerkennung fand. Er wurde in den 1950er Jahren in Kunming durch die Kreuzung von Deutschen Schäferhunden, einheimischen Hunden und Wolfshunden für die Bedürfnisse von Armee und Polizei gezüchtet. Heute arbeiten diese intelligenten und ausdauernden Tiere bei der Suche nach Drogen oder Sprengstoff, übernehmen Rettungsaufgaben und dienen zudem als loyale Familienbegleiter für Menschen, die ihnen die nötige Aktivität bieten können.

Der Xiasi, oder Xia-se, entstand verschiedenen historischen Daten zufolge irgendwann zwischen 202 vor Christus und 1080 nach Christus. Diese flinken Jagdhunde mit drahtigem Fell sind aufgrund einer geringen genetischen Vielfalt vom Aussterben bedroht. In der Provinz Guizhou glaubt man bis heute an ihre glückbringende Energie und ihre Fähigkeit, Wohlstand herbeizuführen.

Der Taiwanhund, auch Formosan genannt, zählt zu den ältesten ursprünglichen Rassen der Welt. Einst wild an Berghängen lebend, wurden sie domestiziert und werden heute als Wach-, Jagd- und Rettungshunde eingesetzt. Ihr hohes Energieniveau und ihre natürliche Intelligenz erfordern regelmäßige körperliche Auslastung und gezielte Erziehung, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Chinesische Rassen bieten ein beeindruckendes Spektrum: von winzigen Schoßhunden bis hin zu kraftvollen Diensthunden. Jede einzelne trägt das Erbe einer jahrtausendealten Zuchtgeschichte in sich, in der kaiserliche Ambitionen, praktische Notwendigkeiten und kulturelle Überzeugungen miteinander verschmolzen sind.




