„Schulbus“ (2025): McConaughey rettet wieder alle – diesmal aus dem Feuer

Autor: Svitlana Velhush

Schulbus — Russischer Trailer (Synchronisation, 2025)

„Schulbus“ (The Lost Bus) – ein Überlebens-Thriller aus dem Jahr 2025 des Regisseurs Paul Greengrass, bekannt durch „Captain Phillips“, „United 93“ und die Jason-Bourne-Filme.

Der Film beruht auf wahren Ereignissen und wurde nach dem dokumentarischen Buch der Journalistin Lizzie Johnson „Paradise: One Town's Struggle to Survive an American Wildfire“ gedreht.

Die Geschichte versetzt uns in den Herbst 2018, als in Kalifornien das katastrophale Camp Fire wütete.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Schulbusfahrer Kevin McKay, den Matthew McConaugheyspielt, und die Lehrerin Mary Ludwig in der Darstellung von America Ferrera. Gemeinsam müssen sie evakuieren 22 Grundschüler, während das Feuer buchstäblich eine Straße nach der anderen abschneidet.

Und gleich vorweg: Der Film ist sehr dynamisch und hält einen praktisch die ganze Zeit in Spannung.

Er gehört genau zu jenem Typ Katastrophenfilm, bei dem man zwar ahnt, dass die Helden irgendwo ankommen müssen, aber in jeder Minute das Gefühl hat, dass gleich alles noch schlimmer wird.

Und es wird schlimmer.

McConaughey – wieder ganz in seinem Element

Matthew McConaughey ist hier großartig.

Ja, das sagen wir fast über jeden seiner Filme. Und was soll man tun, wenn er wirklich gut ist?

„Dallas Buyers Club“, „Lincoln Lawyer“, „Gold“, „The Gentlemen“, „The Wolf of Wall Street“ – er hat wahrlich unterschiedliche Rollen.

Doch hier hat uns vom Geist her besonders „Interstellar“in Erinnerung gerufen.

Nicht, weil die Filme in der Handlung ähnlich wären.

Sondern weil wieder ein Mensch in eine Situation gestellt wird, in der er einfach vorwärtsgehen muss, während um ihn herum buchstäblich alles zusammenbricht.

Und McConaughey versteht es meisterhaft, einen solchen Zustand zu spielen – äußerlich scheinbar gefasst, doch man sieht, dass es im Inneren des Helden bereits nicht weniger brennt als im umgebenden Wald.

Auch America Ferrera ist sehr gut

America Ferrera, die viele aus „Betty – Verliebt, verzopft und verheiratet“, „Barbie“ und „The Good Wife“ kennen, harmoniert hervorragend mit McConaughey.

Ihre Figur begleitet die Kinder nicht nur. Sie muss sie vor der Panik bewahren, Entscheidungen treffen und gleichzeitig selbst ein gewisses Maß an Ruhe bewahren.

Und ein besonderer Pluspunkt sind die Kinder.

Wenn in einem Katastrophenfilm ein Bus voller Schulkinder vorkommt, kann man leicht entweder in übermäßige Rührseligkeit oder in künstliches Heldentum abrutschen.

Doch hier vermitteln auch die Kinder die Emotionen sehr überzeugend.

Drei Generationen der Familie McConaughey in einem Film

Und das ist wirklich ein bemerkenswertes Detail.

Im Film spielte der leibliche Sohn von Matthew mit – Levi McConaughey. Er spielt Sean, den Sohn von McConaugheys Figur.

Und das ist noch nicht alles.

Matthews Mutter – Kay McCabe McConaughey – erschien ebenfalls im Film und spielte die Mutter seiner Figur.

Das heißt, auf der Leinwand waren gleichzeitig drei Generationen einer echten Familie: Matthew, sein Sohn Levi und seine Mutter Kay.

Und das ist besonders interessant, weil die Familienlinie im Film ohnehin eine bedeutende Rolle spielt.

Die größte Stärke des Films ist das Gefühl von Ausmaß. Rauch. Feuer. Autos, die nicht durchkommen.

Fallende Bäume.

Menschen, die versuchen zu verstehen, wohin man überhaupt noch gehen kann.

Und ein Bus mit Kindern, der zu einem kleinen Punkt innerhalb einer gewaltigen Naturgewalt wird.

Paul Greengrass versteht es, das Chaos so zu filmen, dass die Kamera sich gleichsam selbst mitten im Geschehen befindet. Deshalb wirkt das Feuer nicht wie ein schöner Spezialeffekt.

Man spürt es beinahe körperlich.

Und gerade für diese Realitätsnähe erhielt der Film sehr gute Kritiken von Kritikern und Zuschauern.

Insgesamt ist „Der Schulbus“ ein sehr guter Katastrophenfilm und Überlebens-Thriller.

Er ist dynamisch. Groß angelegt. Er hält einen praktisch ständig in Spannung.

McConaughey und Ferrera meistern ihre Rollen großartig, auch die Kinder wirken sehr natürlich, und die Naturgewalt selbst ist so gefilmt, dass man sich mitunter vom Bildschirm wegrücken möchte, weg vom Feuer.

McConaughey ist hier besonders gut, gerade im Geist von „Interstellar“ – wenn ein Mensch einfach weitermachen muss, weil es keine andere Möglichkeit gibt.

Der Film lässt sich ohne Weiteres in Zusammenstellungen der besten modernen Katastrophenfilmeaufnehmen.

Greengrass versteht es meisterhaft, die Atmosphäre zu verdichten. Der Film ist unglaublich dynamisch und groß angelegt, er hält einen in ständiger, pulsierender Spannung, wie die besten Beispiele des Katastrophengenres. Die Feuernaturgewalt wird hier nicht als bloße Hintergrundkulisse gezeigt, sondern als ein vollwertiger, atmender und erbarmungsloser Antagonist.

Fazit: Qualität mit einer kleinen Einschränkung Die Weltpremiere des Films 5 September 2025 beim Internationalen Filmfestival in Toronto (TIFF) und der anschließende triumphale Start auf der Streaming-Plattform Apple TV+ 3 Oktober bestätigten nur den Status des Films als eine der stärksten filmischen Aussagen über Naturkatastrophen der letzten Jahre. Kritiker und Zuschauer hoben einhellig die realistische Nachbildung der Tragödie und die starke schauspielerische Leistung hervor.

Doch selbst ein so gewaltiges Werk hat seinen Wermutstropfen. Dem Film fehlt es ein wenig an montagetechnischer Strenge: Es entsteht der Eindruck, dass einige Szenen zweimal wiederholt werden, was stellenweise zu einer spürbaren Länge der Erzählung führt. Genau für diesen rhythmischen Fehler müssen wir einen ganzen Punkt abziehen.

Ansonsten aber ist dies ein hochwertiges, emotional stimmiges Kino, das man (um es zu wiederholen) getrost in den goldenen Fundus der Rankings von Katastrophenfilmen aufnehmen kann.

Gaya-Bewertung: 7.8/10

150 Ansichten

Quellen

  • The Lost Bus — Official Trailer 2 | Apple TV

  • Apple Original Films debuts teaser trailer for emotional new thriller “The Lost Bus,” starring Academy Award winner Matthew McConaughey and Academy Award nominee America Ferrera

  • Behind the wheel of "The Lost Bus"

  • The Lost Bus

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